Reutlingen Kreis Reutlingen: Dezentral geht es nicht mehr

PET/BOL/RENE 07.10.2015
Am 1. Oktober war es soweit: Der Kreis Reutlingen musste die erste große Notunterkunft für die Erstaufnahme von gut 120 Flüchtlingen eröffnen - in der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule im Beruflichen Schulzentrum.

Am 1. Oktober war es soweit: Der Kreis Reutlingen musste die erste große Notunterkunft für die Erstaufnahme von gut 120 Flüchtlingen eröffnen - in der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule im Beruflichen Schulzentrum. "Wir müssen vom Konzept der dezentralen Unterbringung Abstand nehmen", sagt Landrat Thomas Reumann. Aktuell stehen dem Landkreis 1850 Plätze zur Verfügung, von denen bis Ende September 1569 belegt waren, so Dr. Hendrik Bednarz, zuständiger Amtsleiter im Landratsamt. Für das restliche Jahr rechnet der Amtsleiter mit monatlich 350 bis 450 Personen, "möglicherweise auch mit noch mehr", sagte er. Die besondere Situation der Unterbringung auf dem Campus berge durchaus Risiken, weiß Bednarz: "Hier können zwei Welten aufeinanderprallen."

In Metzingen sind 175 Asylbewerber untergebracht, 25 weitere sollen bald dazukommen. Im Alten Lager in Münsingen leben derzeit rund 200 Flüchtlinge, in Gomadingen sind etwa hundert - im ehemaligen Feriendorf. Doch beide Nutzungen sind zeitlich begrenzt: Im Alten Lager will Ex-Nudelfabrikant Franz Tress eine "Wohlfühlwelt" erbauen, im Feriendorf soll ein "Biovitalpark" entstehen.