Nationalpark Schwarzwald Kosten für Besucherzentrum explodieren

Landesminister Winfried Kretschmann (l.) bei der Grundsteinlegung des Besucherzentrums Nationalpark Schwarzwald. Das Projekt wird deutlich teurer als geplant.
Landesminister Winfried Kretschmann (l.) bei der Grundsteinlegung des Besucherzentrums Nationalpark Schwarzwald. Das Projekt wird deutlich teurer als geplant. © Foto: Petra Walheim
Seebach / Ruhestein / Petra Walheim 28.06.2018

Die Kosten für das Besucher- und Informationszentrum im Nationalpark Schwarzwald steigen weiter. Die bisherigen Ausschreibungsergebnisse liegen laut Finanzministerium bei knapp 45 Millionen Euro. Allein die Baukosten sind um 15 Millionen Euro gestiegen.

Im Haushalt 2015/16 waren die Gesamtbaukosten nach Auskunft aus den Finanzministerium noch mit 20,5 Millionen Euro veranschlagt. 2016 wurden zwei Millionen Euro nachgelegt. Aktuell kommen 13 Millionen Euro obendrauf, so dass allein die Baukosten für das Zentrum bei 35,5 Millionen Euro liegen.

Hinzu kommen zwei Millionen Euro für das pädagogische Konzept, vier Millionen für die öffentliche Erschließung und 3,43 Millionen Euro für die Risikovorsorge. „Die Steigerungen bei diesem Projekt sind erheblich“, räumt Finanzministerin Edith Sitzmann ein. Als Grund werden „die überhitzte Situation in der Baubranche“ und nachträglich veränderte Anforderungen genannt. Zusammen mit noch nicht eingerechneten Ausgaben für den Parkplatz, die Dauerausstellung und die Infrastruktur rechnen Beobachter in Stuttgart mit Gesamtkosten von über 50 Millionen Euro. Das wollte das Finanzministerium jedoch nicht bestätigen.

CDU fordert Transparenz

Die CDU-Landtagsfraktion hat auf die Kostensteigerung reagiert und dem Finanzministerium ein Schreiben mit 40 Fragen geschickt, in denen sie auch Auskunft über die künftigen Betriebskosten und Personalstellen verlangt. Offenbar sind für den Betrieb von Nationalparks und Besucherzentrum 19 neue Stellen vorgesehen. „Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) muss nun für volle Transparenz sorgen und sämtliche Kosten vorlegen“, forderte der CDU-Abgeordnete Tobias Wald.

Andreas Glück (FDP), naturschutzpolitischer Sprecher und Mitglied im Finanzausschuss, wirft der Landesregierung vor, den Nationalpark von Anfang an „schöngerechnet“ zu haben. Die CDU müsse nun die „Reißleine“ ziehen und mit dem Rotstift über das Projekt gehen. Das Besucherzentrum soll Ende 2020 eröffnet werden.

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