Heilbronn Zwischenfall mit Konfetti-Kanone: Polizei wertet Spuren aus

In einem Veranstaltungsraum ist ein Tisch, auf dem Speisen stehen, mit Konfetti übersät. Foto: AfD Heilbronn
In einem Veranstaltungsraum ist ein Tisch, auf dem Speisen stehen, mit Konfetti übersät. Foto: AfD Heilbronn © Foto: AfD Heilbronn
Heilbronn / DPA 05.07.2018

Nach der Störung einer AfD-Veranstaltung in Heilbronn sind Polizei und Staatsanwaltschaft weiter um Klärung der Vorfälle bemüht. Bei dem Zwischenfall habe sich keiner der Teilnehmer schwer verletzt, sagte Staatsanwältin Bettina Jörg am Donnerstag in Heilbronn. Bei zwei Frauen und einem Mann wurde demnach ein Knalltrauma festgestellt, eine weitere Person wurde bei einem Gerangel durch Schläge leicht verletzt. Außerdem soll ein Teilnehmer einen der Störer der Veranstaltung verfolgt haben und dabei gestürzt sein.

Nach dem bisherigen Stand hatten Unbekannte am Dienstagabend mit zwei Konfetti-Kanonen durch ein offenes Fenster in den Raum der Gaststätte geschossen, in dem sich die rund 40 Personen zählende Gruppe aufhielt. Anschließend war es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen.

Derzeit untersucht die Polizei eine sichergestellte Konfetti-Kanone auf Spuren. Nach Angaben Jörgs soll es sich um einen handelsüblichen Partyartikel von 45 Zentimetern Länge und einem Durchmesser von 5 Zentimetern handeln. Die Polizei hat zudem Transparente mit Aufschriften beschlagnahmt, die sich gegen die AfD richten sollen.

Ermittelt wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Nötigung und versuchten Raubes. Einem Teilnehmer der AfD-Veranstaltung sei versucht worden, das Handy zu entreißen.

„Wir sagen es ganz deutlich, die Aktion mit der Konfetti-Kanone nennen wir einen kreativen und vor allem legitimen Protest“, sagte am Donnerstag Stefan Reiner von der Organisation Linke Heilbronn zu der Aktion. Er wehrt sich gegen die Bezeichnung „Angriff“. Die Organisation kritisiert zudem den Einsatz der Polizei als „völlig überzogen“.

Eine Gruppe namens „Heilbronner Antifaschist*en“ hatte am Mittwoch auf der linken Internetseite indymedia.org erklärt, sie steckte hinter der Aktion. Einem Polizeisprecher zufolge geht der Staatsschutz diesem Hinweis nach. Von den 15 bis 20 Angreifern, die vermummt gewesen sein sollen, fehlte am Donnerstag weiter jede Spur.

Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft

Sicherheitsbericht Baden-Württemberg für 2017

Mitteilung auf Indymedia

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