KOMMENTAR: CDU auf langem Weg

BETTINA WIESELMANN 16.09.2013

Keine Partei kommt, vor Wahlen zumal, aus, ohne ihre Geschlossenheit und Kampfeskraft zu beschwören. Wenn die Südwest-CDU, wie in Heilbronn geschehen, die Backen aufbläst, dann gilt das vor allem der Mobilisierung für die letzten Wahlkampftage. Mit gutem Grund: Hierzulande wird wesentlich mit entschieden, wer künftig in Berlin regiert. Das Abschneiden der Landes-CDU aber kann sehr wohl auch eine Rückwirkung auf die zukünftige Einschätzung des verantwortlichen Landeschefs haben - in Berlin und im Land.

Thomas Strobl hat sich am Samstag, nicht ohne taktische Überlegungen, rechtzeitig wieder zum Vorsitzenden wählen lassen. Die 87 Prozent der abgegebenen Stimmen können als ordentliches Ergebnis durchgehen, wenn man das knappe Drittel Nicht- oder Nein-Wähler beiseite lässt. Dem bemerkenswerten Einsatz Strobls, die verunsicherte Partei erfolgreich auf die Landtagswahl 2016 auszurichten, wird das Votum aber nicht wirklich gerecht.

Andererseits: Weder programmatisch noch personell ist die CDU schon "wieder da", sondern bestenfalls auf dem Weg. Und im Hintergrund beginnt die nicht einfache Diskussion darüber, wer die Christdemokraten gegen Kretschmann in die Wahl führen soll. Pfeilgerade läuft es auf keinen zu, weder auf den Landtagspräsidenten, noch auf den Fraktionschef, noch auf Strobl.

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