Kommentar Bettina Wieselmann zu Studiengebühren Kommentar zu Studiengebühren für Ausländer: Ministerin mit Mut

Wieselmann Bettina, Autorenfoto
Wieselmann Bettina, Autorenfoto © Foto: swp
BETTINA WIESELMANN 07.10.2016
Die Wissenschaftsministerin packt das heiße Eisen Studiengebühren an. Und zwar an den richtigen Stellen. <i>Ein Kommentar.</i>

Der Aufschrei wird kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Wird doch in Deutschland, wo der Kindergarten kostet, auf die Gebührenfreiheit des Studiums als Quasi-Grundrecht gepocht. Das ist es aber nicht.  

Es gibt gute Gründe, das Vorhaben der couragierten Wissenschaftsministerin, die über Einnahmen Sparvorgaben abwehren will,  berechtigt zu finden. Tausende ausländische Studenten, besonders viele aus Asien, strömen jährlich neu in die  Hochschulen. Nicht, weil es  nichts kostet, sondern weil die Qualität der Ausbildung zum Ingenieur oder zur Opernsängerin exzellent ist. Andernorts muss selbstverständlich dafür bezahlt werden – und zwar deutlich mehr als hier vorgesehen. Deshalb ist auch nicht damit zu rechnen, dass die unstrittig nötige Internationalisierung der Hochschulen darunter leiden wird. EU-Bürger, aber auch Flüchtlinge, sind ohnehin ausgenommen. 

Richtig ist auch, dass Bauer für ein Zweitstudium, nicht aber für den Master nach dem Bachelor-Abschluss, einen Beitrag erheben will. Andere Bundesländer machen es längst. Dass die Grünen mit dieser Forderung 2011 an der SPD gescheitert waren, ist kein Gegenargument.