Pforzheim Kölmel als Chef der AfD im Land wiedergewählt

Pforzheim / LSW 25.11.2013
Die Südwest-AfD zeigt sich auf ihrem Landesparteitag kämpferisch. Bundes-Chef Lucke wehrt sich gegen Vorwürfe der Unterwanderung durch Rechte.

Bernd Kölmel ist auf dem Landesparteitag der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) in Pforzheim als Landeschef bestätigt worden. Der 54-Jährige erhielt bei der Wahl gestern 69 Prozent der Stimmen. "Ich habe mit einem offenen Rennen gerechnet und freue mich wahnsinnig, dass ich direkt im ersten Wahlgang gewählt wurde", sagte der Landeschef. Insgesamt wurden 342 Stimmzettel abgegeben, 236 fielen auf Kölmel. In einer Stichwahl konnte sich der emeritierte Krebsforscher Jens Zeller mit 54 Prozent der Stimmen als zweiter Landessprecher der gleichberechtigten AfD-Doppelführungsspitze durchsetzen. Seine Vorgängerin Elke Fein war aus privaten Gründen nicht mehr angetreten.

Kölmel hatte die AfD im September als Südwest-Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf geführt - die Partei kam im Land auf Anhieb auf 5,2 Prozent der Stimmen.

Der Landesparteitag der Südwest-AfD stand aus Sicht der Parteiführung ganz im Zeichen der Professionalisierung. "Wir sammeln einfach mit der Zeit immer mehr Erfahrung", sagte Fein am Samstag.

Auf dem Parteitag habe sie viele unbekannte Gesichter gesehen, da es seit der Bundestagswahl einen großen Zulauf an Neumitgliedern gegeben habe. Im Südwesten sei die Mitgliederzahl in den zwei Monaten um rund 500 auf 2600 gestiegen. "Es scheint so zu sein, dass viele erst durch die Wahl auf uns aufmerksam geworden sind", sagte Fein.

Bundesparteichef Bernd Lucke richtete in seiner Rede eine Kampfansage an die etablierten Parteien: "Die Angst vor uns sitzt den Volksparteien im Nacken. Wir werden die Volksparteien so attackieren, dass sie kein anderes Schicksal haben als die FDP", sagte er. "Wir werden die FDP zugrunde richten."

Lucke wehrte sich gegen den Vorwurf, dass Rechtsextreme gehäuft in die AfD eingetreten seien. "Der Vorwurf ist falsch. Ich sehe überhaupt nicht, dass rechtsradikales Gedankengut in die Partei eintritt." Er habe einen Aufnahme-Leitfaden entwickelt, der nach der politischen Meinung angehender Mitglieder frage.

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