Weilheim Klopfen in großer Höhe: Suche nach Brückenschäden

Brückenprüfer Sebastian Krahle von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Foto: Arne Dedert
Brückenprüfer Sebastian Krahle von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Foto: Arne Dedert © Foto: Arne Dedert
Weilheim / DPA 23.08.2018

Brückenprüfer müssen schwindelfrei sein - wie Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Donnerstag auf dem 55 Meter hohen Maustobelviadukt der Autobahn 8 am eigenen Leib erfahren hat. Der Minister ließ sich den Einsatz eines Brückenuntersichtgeräts zeigen, mit dem Ingenieure auch den unzugänglichsten Winkel erreichen und prüfen können. Wie ein überlanger Arm greift ein Gerüst von einem Lastwagen aus unter die Brücke. Von einer kleinen Arbeitsplattform aus kann dann die Brücke etwa mit einem Hammer auf unerwünscht entstandene Hohlräume abgeklopft sowie auf Risse kontrolliert werden.

Während eines starken Unwetters war Mitte August eine Autobahnbrücke im italienischen Genua eingestürzt, 43 Menschen starben. Derartige Brückenkonstruktionen gebe es in Baden-Württemberg nicht, hatte Hermann tags darauf beruhigt. Zudem würden Brücken nirgendwo so systematisch und engmaschig kontrolliert wie in Deutschland.

Alle drei Jahre wird jede Brücke einer Prüfung unterzogen, wie Hermann Klyeisen sagte, zuständiger Referatsleiter beim Regierungspräsidium. Einfache und die wesentlich umfangreicheren Hauptprüfungen wechseln sich dabei ab. Die Prüfung einer Brücke wie dem 475 Meter langen Maustobelviadukt dauere in der Regel zwei Tage.

Am Ende stehe eine Benotung des Zustands. Als sanierungsbedürftig werden Brücken eingestuft, die eine Zustandsnote 3,0 und schlechter bekommen. Als vordringlich gilt der Bedarf, wenn die Note 3,5 und schlechter ist. Das gilt laut Ministerium für 64 der rund 9300 Brücken an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. 657 gelten als sanierungsbedürftig.

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