Villingen-Schwenningen Klinik mit Mängeln

Vor knapp zwei Wochen sind die Patienten in das neue Schwarzwald-Baar-Klinikum zwischen Villingen und Schwenningen eingezogen. Offenbar zu früh, denn die Handwerker arbeiten darin weitere fünf Wochen mit Hochdruck. Foto: Herbert Schötz
Vor knapp zwei Wochen sind die Patienten in das neue Schwarzwald-Baar-Klinikum zwischen Villingen und Schwenningen eingezogen. Offenbar zu früh, denn die Handwerker arbeiten darin weitere fünf Wochen mit Hochdruck. Foto: Herbert Schötz
Villingen-Schwenningen / PETRA WALHEIM 02.08.2013
Das Klinikum in Villingen-Schwenningen hat offenbar als Baustelle eröffnet. In einem Schreiben des Hauses steht, der Umzug sei "notgedrungen" erfolgt, obwohl "eine Vielzahl von Mängeln offenstanden".

Es ist knapp zwei Wochen her, dass die Patienten aus den Krankenhäusern in Villingen und Schwenningen ins neue Zentralklinikum verlegt worden sind. Aus Sicht der Medien und der Klinikleitung verlief alles reibungslos. Rolf Schmid, Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar-Klinikums, sprach in der Abschluss-Pressekonferenz von einem "Bilderbuch-Umzug". Es gab viel Lob.

Einziger Kritikpunkt zu Beginn der Verlegung war, dass nicht alle 19, sondern nur zwölf Aufzüge betriebsbereit waren. Schon bei der Einweihung mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann zwei Wochen vor dem Umzug ist mehrfach betont worden, die Handwerker seien noch im Haus. Doch auch das klang nicht besorgniserregend.

Nun scheinen die Probleme doch größer zu sein. In einem Rundschreiben vom 23. Juli, also vom Tag nach dem Einzug der Patienten, das an "alle Fachbauleitungen" ging, informiert die Klinik, der Umzug sei "notgedrungen" erfolgt, "obwohl in den allermeisten Gewerken sowohl umfangreiche Restleistungen als auch eine Vielzahl von Mängeln offenstanden". Ein Abnahme der Leistungen habe nicht erfolgen können und sei auch nicht erfolgt.

Davon spricht auch ein Informant, der für eine der Baufirmen arbeitet. Die war im Innenausbau tätig, vorwiegend im Bereich des Brandschutzes. Nach seiner Aussage sind einige Brandschutztüren und -wände nicht funktionstüchtig, die die Firma eingebaut hat. "Da funktioniert einiges nicht. In den Bereichen, in denen wir gearbeitet haben, kann es nicht funktionieren", sagt er. Denn die Firma habe auf halbem Weg die Arbeit eingestellt, weil Rechnungen nicht bezahlt worden seien. Dass andere Firmen die Mängel in der Zwischenzeit behoben haben könnten, hält er für unmöglich. Dafür habe die Zeit nicht gereicht. Der Mann äußerte Bedenken, was die Sicherheit der Patienten und des Personals angeht.

Dem widerspricht Klinik-Geschäftsführer Rolf Schmid vehement. Wenn es gravierende Sicherheitsmängel gäbe oder gegeben habe, hätte das Haus nicht eröffnet werden können", betont er. Der Brandschutz sei so geregelt worden, dass das Gebäude vom Brandschutz-Sachverständigen die baurechtliche Freigabe bekommen habe. Auch der Gutachter, der die Genehmigung zur Inbetriebnahme ausgestellt hat, habe keine gravierenden Sicherheitsmängel entdecken können. Sonst hätte er die Genehmigung nicht erteilt.

Schmid räumt ein, dass es noch vier bis fünf Wochen dauern werde, bis die durchaus vorhandenen Mängel beseitigt seien. Sicherheits-Mängel gebe es nicht. Der Geschäftsführer vermutet, dass die Firma, die die Vorwürfe erhebt, schnell an ihr Geld kommen wolle. Doch Geld gebe es erst, wenn die Mängel ausgeräumt seien. Auf Nachfrage im Sozialministerium sagte eine Sprecherin, von den Mängeln sei nichts bekannt, und man sei auch nicht zuständig. "Der Krankenhaus-Träger muss sicherstellen, dass alles funktioniert." Träger des Klinikums ist die Klinik-GmbH. Gesellschafter sind Stadt und Kreis.

Neues Zentralklinikum