Die deutschen Universitäten kommen nach Ansicht des KIT-Präsidenten Eberhard Umbach auf Dauer nicht ohne Studiengebühren aus. "Das ist nicht nur eine Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ein Beitrag zur Gerechtigkeit", sagte der Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Damit sprang Umbach der neuen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zur Seite, die für 2017 deutschlandweit Studiengebühren vorausgesagt hat und auf Kritik stieß. Es sei nicht einzusehen, warum der Besuch eines Kindergartens Geld kostet, der einer Hochschule jedoch nicht, sagte Umbach. Die Studiengebühr sei notwendig, um die Betreuung der Studenten zu verbessern. So komme in Deutschland im günstigsten Fall ein Professor auf 60 Studenten, in England und den USA liege die Relation bei den guten Universitäten niedriger. Zudem führe eine Gebühr dazu, dass die Studenten das Studium ernster nehmen. "Auch hier gilt der Satz: Was nichts kostet, wird als wenig wert empfunden."

Bei der Erhebung der Gebühren sprach sich Umbach für fantasievolle Lösungen aus. So könnten etwa nur die Masterstudiengänge kostenpflichtig gestellt werden. "Am besten fände ich, wenn die Gebühren nachträglich gezahlt werden könnten und dann abhängig von dem Verdienst der Betroffenen", sagte der Präsident. "Aber das ist wohl zu kompliziert." Zum Sommersemester 2012 hat die grün-rote Landesregierung die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester im Land abgeschafft. Die Abschaffung bringe wieder mehr Bildungsgerechtigkeit und ermögliche einen "fairen Hochschulzugang ohne finanzielle Hürden", hieß es zur Begründung. Die wegfallenden Einnahmen gleicht das Land den Hochschulen aus.