Die Rollläden der Pfarrwohnung sind halb heruntergelassen. Die Pflanzen hinter den Scheiben sind verdorrt, nicht mehr zu retten. Das passt zu dem, was am Dienstag in Lauchheim (Ostalbkreis) die Runde macht: Der im April suspendierte Pfarrer wird nicht wiederkehren, er hat beim Bischof den Rücktritt erklärt. Auslöser dafür ist der Strafbefehl des Ellwanger Amtsgerichts gegen den katholischen Geistlichen. Ihm ist der Besitz von Kinder- und Jugendpornografie nachgewiesen worden.

Der 40-Jährige hatte im Internet entsprechende Bilder und Videos herunter geladen, erklärte der Ellwanger Pressestaatsanwalt Armin Burger. Bei der Durchsuchung der Wohnräume im April habe die Polizei einen Computer, Datenträger und Ausdrucke sichergestellt. Wenige der Kinderpornos darauf seien von Personen unter 14 Jahren. Das Gros zeige Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren in eindeutigen Situationen.

"Die Geldstrafe liegt im mittleren vierstelligen Bereich", erklärt Staatsanwalt Burger auf Nachfrage dieser Zeitung. Diese liege unter 90 Tagessätzen. "Damit gilt der 40-Jährige als nicht vorbestraft." Auf die Höhe der Summe habe sich ausgewirkt, dass der Pfarrer geständig war.

Uwe Renz, Sprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erklärte, dass der Geistliche das Urteil akzeptiert und die Strafe angenommen habe. Nun folge die innerkirchliche Bewertung des Falls. Bischof Gebhard Fürst habe am Dienstag das Rücktrittsgesuch des Pfarrers angenommen. Der Priester selbst müsse sich jedoch einem kirchlichen Verfahren stellen. "Dabei geht es im Extremfall darum, ob der Priester weiterhin dem Klerikerstand angehören kann", sagt Renz. Der Fall werde "im ersten Quartal 2015" der Glaubenskongregation im Vatikan vorgelegt, sagt Pressesprecher Renz.

Zudem werde der Mann vom Berliner Klinikum Charité begutachtet. "Das bischöfliche Ordinariat hat die Fachleute dort darum gebeten", so Renz. Der Priester werde psychologisch und seelsorgerlich begleitet.