Es war ein riesiger Medienhype im Frühjahr. Die Luxus-Autohändler Firat und Baris Baz aus dem nordbadischen Waghäusel präsentierten einen Mercedes Benz 560 SL der Baureihe W 107. Der frühere Besitzer: der aktuelle US-Präsident Donald Trump. Der hatte das Gefährt einst für seine damalige Frau Ivana gekauft. 40.000 Euro blätterten die Unternehmer von „Baz dreamcars“ fürs Fahrzeug mit V8-Motor auf den Tisch.

Der Neuwert des Wagens, dessen Kaufvertrag von Trump eigenhändig unterschrieben ist, belief sich 1987 auf umgerechnet 120.000 Euro. Zeitungen, TV-Stationen und Radiosender aus der ganzen Welt berichteten über das Auto auf dem Hof der Händler. „Da war echt die Hölle los. Türkische Zeitungen berichteten darüber ebenso wie CNN aus den USA“, sagt Juniorchef Baris Baz. Mittlerweile ist Ruhe eingekehrt – und ein wenig Ernüchterung.

Es gab zwar Anfragen. „Konkret wurde bisher aber nichts“, sagt der 41-Jährige. Zunächst hatte man sich überlegt, das Fahrzeug über ein Londoner Auktionshaus zu versteigern. Das scheiterte an der Höhe der Provision.

190 000 Euro für den Papst-Golf

Insgeheim hatten die Badener mit türkischen Wurzeln auf einen ähnlichen Coup gehofft wie damals, als der Golf von Josef Kardinal Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. für schlappe 190.000 Euro von einem 21-Jährigen veräußert wurde. „Das war ein uralter Golf. Nach dem Papst gab es noch etliche weitere Besitzer. Bei unserem Wagen steht nur Trump in den Papieren. Zudem ist es in einem erstklassigen Zustand und hat nur 11.000 Meilen auf dem Tacho“, sagt Baris Baz. Zahlen will er zwar keine nennen, aber eine ordentliche Summe schwebt dem studierten Kaufmann durchaus vor. Rund 20.000 Euro haben die Autohändler in die Restaurierung gesteckt. Warum sich kein Abnehmer findet? Trump  sei nicht sonderlich beliebt – im Gegensatz zum Papst, vermutet der Händler. Im Sommer soll nun eine Auktion in Eigenregie über das Internet laufen.