Stuttgart Keine Plage obwohl sich Waschbären im Land ausbreiten

Waschbären gefällt es im Südwesten. Sie stammen aus Nordamerika.
Waschbären gefällt es im Südwesten. Sie stammen aus Nordamerika. © Foto: dpa
Stuttgart / LSW 19.02.2015
Die Zahl der geschossenen und überfahrenen Waschbären ist im abgelaufenen Jagdjahr gestiegen. Sicheres Zeichen, dass mehr der Tiere unterwegs sind.

Obwohl die Zahl der Waschbären in Baden-Württemberg nach Einschätzungen von Experten wächst, sind die Tiere hierzulande keine so große Plage wie in anderen Bundesländern. Es bestehe kein Grund zur Aufregung, sagte Andre Baumann vom Naturschutzbund den "Stuttgarter Nachrichten". "Wir sind kein Waschbär-Land."

In der Saison von April 2013 bis März 2014 wurden nach Angaben der Wildforschungsstelle des Landes in Aulendorf 721 Waschbären erlegt - so viele wie nie zuvor. Im Jagdjahr davor waren es 585 in ganz Baden-Württemberg, 2005/2006 noch etwa 100 Tiere. Klaus Lachenmaier, Biologe beim Landesjagdverband, sagte: "Von einer Plage können wir in Baden-Württemberg nicht sprechen." Betroffen davon sind hingegen vor allem Hessen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Zur Einordnung: In der Jagdsaison 2013/14 wurden bundesweit 96 162 Waschbären geschossen. 2006/07 waren es 24.700 gewesen.

Im Kampf gegen die wachsende Population ist die Jagd aus Nabu-Sicht nur ein Mittel: "Am wichtigsten ist es, die Nahrungsgrundlage der Tiere so weit wie möglich zu reduzieren", sagte Baumann. Bürger sollten Essensreste nicht leicht zugänglich machen. Nur dann sei der Waschbär-Boom zu bremsen - wenn überhaupt. Übrigens: Das erste Tier im Südwesten wurde 1960 im Kreis Ludwigsburg gesichtet.