Land am Rand Keine Indianer bei Trockenheit

Wertheim / Hans Georg Frank 10.08.2018

Eine Friedenspfeife am Lagerfeuer, dazu ein Schluck Feuerwasser, zum Schluss des Tages eine Feuershow – ein solches Programm gerät in diesen trockenen Zeiten zum Gefahrenpotenzial. Die Organisatoren eines populären Westernfestes bei Wertheim haben das Risiko richtig eingeschätzt und die Veranstaltung abgesagt. Dabei hatten sich für das Treffen der Cowboys und Indianer von 17. bis 19. August viele Fans von Lasso und Tomahawk angemeldet. Der Saloon bleibt zu, die Tipis werden nicht aufgestellt.

Was 1990 als Schnapsidee von Reservisten begann, hat sich rasch zu einer Großveranstaltung entwickelt. Kostümierte Anhänger dieses Hobbys reisen auch von weither in den Nordosten des Südwestens.

Der Boden sei so trocken, dass das Risiko eines Waldbrandes als sehr hoch eingeschätzt werden müsse, begründeten die Organisatoren die Absage. Als sie zur Kontrolle den Boden aufhackten, lautete das Ergebnis nach 15 Zentimetern „knochentrocken“. Da dürfte nicht einmal mehr ein altindianischer Regentanz geholfen haben. Sonderlich überrascht dürften die Macher allerdings nicht gewesen sein. Bereits 2003 und 2015 herrschten ähnliche Verhältnisse.

Dabei hätte eigentlich schon wegen des Ortsnamens erwartet werden können, dass dieses Westernfest nicht unter Trockenheit zu leiden hat: Aber selbst Nassig ist in dieser extremen Sommerhitze kein gutes Omen. In dem 1300-Seelen-Weiler gibt es auch einen Hefeweizenclub. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens dessen Mitglieder nicht auf dem Trockenen sitzen.

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