Stuttgart 21 Keine Abstriche beim S-21-Flughafen-Bahnhof

Die Bauvariante „Drittes Gleis“ für den S-21-Halt am Stuttgarter Flughafen hat Bestand.
Die Bauvariante „Drittes Gleis“ für den S-21-Halt am Stuttgarter Flughafen hat Bestand. © Foto: SWP-Grafik, Quelle: Deutsche Bahn
Stuttgart / Fabian Ziehe 30.01.2018
Ein S-21-Flughafenbahnhof an der A 8 statt nahe der Terminals ist vom Tisch. Das ergab ein Treffen der Projektpartner.

Die Projektpartner des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm haben sich darauf geeinigt, an den Planungen für einen Fern- und Regionalbahnhof in unmittelbarer Nähe zum Landesflughafen festzuhalten. Das teilte die bahneigene Projektgesellschaft nach einem Treffen mit Vertretern des Landes, der Stadt und der Region Stuttgart sowie des Flughafens am Montag mit.

Vorausgegangen waren Turbulenzen über angebliche Planspiele der Bahn, den Fernbahnhof jenseits von Messe und A 8 direkt entlang der Schnellbahntrasse zu bauen. Vertreter der grün-schwarzen Koalition, und aller Projektpartner hatten sich teils vehement gegen erneute Umplanungen ausgesprochen. Diese hätten ohnehin die Zustimmung aller Projektpartner bedurft. Dabei hat etwa die Flughafen Stuttgart GmbH schon ihren Kosten-Anteil von 227 Millionen Euro an die Bahn überwiesen. Der Airport ist somit de facto schon für einen terminal-nahen Bahnhof in Vorleistung getreten.

Im Jahr 2015 hatten sich die Projektpartner zum Bau der Variante „Drittes Gleis“ geeinigt. Dieser Variante zufolge soll der Fern- und Regionalbahnhof wie schon bei der ursprünglichen Planung unter der Messepiazza in 26 Metern Tiefe gebaut werden. Parallel soll der schon bestehende S-Bahnhof unterhalb der Terminals durch ein 3. Gleis ergänzt werden, um den Verkehr der Gäubahn mit abzuwickeln.

Die Bahn hatte daraufhin den Bauabschnitt in zwei Teile aufgespalten: Schnellbahntrasse und Tiefbahnhof sollten zeitgleich mit dem ganzen Projekt S 21 in Betrieb gehen – eine gerichtliche Anfechtung des entsprechenden Planbfesstellungsabschnits (1.3a) hemmt allerdings derzeit die Arbeiten. Immerhin, so ist aus Kreisen der Projektpartner zu hören, soll die Bahn die Brandschutzprobleme für den neuen Tiefbahnhof mittlerweile im Griff haben.

Für die Umbauarbeiten am S-Bahnhof und die Zuführung der Gäubahn von Stuttgart-Rohr her kommend läuft derzeit das Anhörungsverfahren eines separaten Planfesstellungsverfahrens (1.3b). Dieser Abschnitt soll erst  zwei Jahre später fertig werden. Allerdings hat die Bahn nach einem Aufsichtratstreffen am 26. Januar ohnehin die Inbetriebnahme von S 21 von 2021 auf 2025 verschoben. Zudem verteuert sich das Vorhaben auf nun 8,2 Milliarden Euro.

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