Land am Rand Kein Entkommen im Großstadtdschungel

Rauf auf die Ampel, wenn die Polizei kommt? Keine gute Idee.
Rauf auf die Ampel, wenn die Polizei kommt? Keine gute Idee. © Foto: Volkmar Könneke
Heidelberg / Alisa Grün 07.09.2018

Ordentlich in die Pedale treten, um schnell von A nach B zu kommen – das hatte ein 30-Jähriger in Heidelberg nicht nötig. Wie von Zauberhand und ungewöhnlich schnell glitt sein Drahtesel am Mittwochabend über die Neckarwiesen. Die mühelose und vor allem nicht den Richtlinien der Straßenverkehrsordnung entsprechende Radtour rief eine Polizeistreife auf den Plan. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Radfahrer sein Mountainbike frisiert hatte: Das Radeln ohne Treten machte ein unerlaubt eingebauter Elektromotor möglich. Daraus resultierte die Beschlagnahmung des Velos.

Vor lauter Ärger darüber entschied sich der Bastler für eine besondere Form des Protestes, auf die auch jeder ausgefuchste Wildnis-Bezwinger kommt, um sich vor vermeintlich bösem Getier zu retten: Der 30-Jährige kletterte dafür keinen Baum, aber einen fünf Meter hohen Ampelmast hinauf. Was sonst vielleicht bei einem Spaziergang durch die heimischen Wälder hilft, um einem angriffslustigen Wildschwein zu entkommen, brachte dem Mann in Heidelberg allerdings nur wenig. Die Feuerwehr rückte mit einer Leiter an, woraufhin er seine Klettertour im Schein des grün-gelb-roten Ampellichtes
beendete.

Immerhin musste der protestierende Bastler nicht zwecks abhanden gekommener Mobilität auf weitere Tipps aus der Überlebenstrickkiste zurückgreifen. Er benötigte für diese Nacht keine aus Ästen und Laub selbst zusammengebaute Unterkunft, sondern hatte es warm und gemütlich in der Ausnüchterungszelle.

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