Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat positiv auf die Forderung der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (beide CDU) nach einem Zentralabitur reagiert. „Die Vergleichbarkeit von Abschlüssen ist wichtig. Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte Karliczek in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung und der „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). „Die Vorstellungen meiner Kollegin Eisenmann gehen aus meiner Sicht in die richtige Richtung.“

Eisenmann hatte zuvor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt: „Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen.“ Dies heiße für das Abitur: „Am Ende muss es nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben geben, sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden.“

Im Gegensatz zu der baden-württembergischen Ministerin pocht Karliczek auf den geplanten Nationalen Bildungsrat: „Wir brauchen ein Gremium, das die Bildungspolitik berät, um über alle Bereiche insgesamt mehr Vergleichbarkeit, Transparenz und Qualität im Bildungssystem zu erreichen.“ Eisenmann hatte kritisiert, niemand brauche „ein zusätzliches beratendes Gremium, das bedrucktes Papier ohne verbindliche Wirkung produziert“. Den Aufbau des Gremiums haben Union und SPD auf Bundesebene im Koalitionsvertrag vereinbart. Es soll aus Experten und Vertretern von Bund und Ländern bestehen, die dann Empfehlungen aussprechen.