Stuttgart Islamverbände wollen mehr Mitsprache

Stuttgart / LSW 16.02.2015
Der Ausbau des Islamunterrichts geht der islamischen Gemeinde im Land nicht schnell genug.

"Das läuft seit Jahren und wir sind immer noch in der Pilotprojektphase. Das kann nicht zum Dauerzustand werden", kritisierte der Vorstandschef der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg (IGBW), Muhittin Soylu. Außerdem müssten islamische Organisationen stärker beteiligt werden.

Seit 2006/2007 läuft islamischer Religionsunterricht in Baden-Württemberg als Modellprojekt - mit bislang mehr als 2000 Kindern an rund 30 Grund-, Haupt und Realschulen. Besonders nach den Terroranschlägen in Paris war über einen schnelleren Ausbau diskutiert worden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hatten mehr Tempo angekündigt.

"Beim Ausbau der Schulen müssen wir mit im Boot sein", forderte der Landeschef der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Erdinc Altuntas. "Vieles läuft an uns vorbei." Nach Angaben von IGBW-Chef Soylu gebe es dabei viele Baustellen wie die Gestaltung der Lehrpläne und die Ausbildung der Lehrer. "Das Kultusministerium hat die Kommunikation mit uns seit der Einführung auf einem Minimum gehalten." Das Kultusministerium verweist hingegen auf runde Tische. "Der Vorwurf der Vernachlässigung stimmt nicht", sagte eine Sprecherin.