Unterricht Islamkunde an Baden-Württembergs Schulen bleibt Modellprojekt

Stuttgart/Ulm / Fabian Ziehe 02.03.2017

Die Einführung eines regulären Islamischen Religionsunterrichts (IRU) wird erneut verschoben. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE erklärte das Kultusministerium, dass „aufgrund einer großen Zahl noch nicht geklärter Fragen“ der anvisierte Beginn zum Schuljahr 2018/19 nicht zu erreichen ist. Seit 2006 läuft IRU als Modellprojekt, 93 Schulen bringen mittlerweile muslimischen Kindern ihre Religion näher.

Das Angebot gilt als Instrument zur Wertevermittlung und Integration. „Wir müssen den muslimischen Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg eine fundierte, kritische und wertorientierte Auseinandersetzung mit ihrer Religion ermöglichen“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Sie halte am IRU und dem Dialog mit den Islam-Verbänden fest.

Für Unruhe sorgen aber die Ermittlungen gegen den größten Verband Ditib (Islamische Union der Anstalt für Religion). Infolge des Putsches sollen Imame dem türkischen Geheimdienst Informationen zu Anhängern der Gülen-Bewegung zugespielt haben. Das Kultusministerium erklärte, man habe Ditib klar gemacht, „dass die Zusammenarbeit hierdurch belastet wird“.  Die Entwicklungen könnten „Auswirkungen auf die Frage haben, ob Ditib weiterhin als Partner der Landesregierung in Betracht kommt“. Ditib war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Islamischer Religionsunterricht: Es bleibt beim Provisorium

Mit einem Kommentar von Fabian Ziehe.