Land am Rand Integration unter Hühnern

Heidelberg / Wolfgang Risch 21.08.2018

Eigentlich ist es müßig, einen weiteren Beitrag zu dieser Scheindebatte zu leisten, von wegen Migranten und so. Denn in vielen Fällen klappt das Zusammenleben besser, als homogene Gruppen von Blauäugigen wahrhaben wollen. Es zeugt andererseits aber auch nicht von Blauäugigkeit zu behaupten, dass eine friedliche Koexistenz von Wesen unterschiedlichster Herkunft funktioniert, wenn man es nur zulässt. Mehr noch: Sie können in Familien aufgehen, in denen die Erwachsenen schwarz und asiatischen, die Kleinen aber gepunktet und afrikanischen Ursprungs sind. Der Beweis wurde jüngst in Heidelberg erbracht.

Der Heidelberger Zoo grenzt unmittelbar an den Campus der Ruprecht-Karls-Universität. Deren Namensgeber, Kurfürst und Pfalzgraf bei Rhein, hat sie 1386 in seiner Residenz unter anderem zu dem Zwecke gegründet, Fremde anzuziehen.

Wie gut Zugezogene heutzutage miteinander können, wollten die Tierpfleger herausfinden und schoben den schwarzen, von der indonesischen Insel Java stammenden Ayam-Cemani-Hühnern Eier der auf dem afrikanischen Kontinent beheimateten Perlhühner unter. „Mittlerweile sind die Küken geschlüpft und haben ihre Zieheltern akzeptiert“, meldet der Zoo. Mehr noch: Was die Cemanis eigenständig gelernt haben, haben ihnen die Perlhühner abgeschaut. Diese, in der Savanne zuhause, laufen allabendlich in den Stall, der sie vor Fressfeinden schützt. Und dabei gackern sie noch nicht einmal dieselbe Sprache. Integrationsprobleme? Da lachen ja die Hühner.

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