Innenminister Strobl besorgt wegen Antisemitismus

Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews. Foto: Sebastian Gollnow
Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews. Foto: Sebastian Gollnow © Foto: Sebastian Gollnow
DPA 30.08.2018

Stuttgart (dpa/lsw) – Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich besorgt wegen einer wachsenden Judenfeindlichkeit, insbesondere auch im Internet, gezeigt. „Der Antisemitismus im Netz hat leider einen neuen, traurigen Höchststand erreicht“, sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Das könne fundamentale gesellschaftliche Folgen haben. „Es ist meine große Sorge, dass den Worten auch Taten folgen. Diese Unkultur im Netz darf nicht überschwappen, das darf nie unsere Alltagskultur werden.“

Antisemitismus sei nicht mehr nur ein rechtsextremistisches Thema, sagte Strobl, der auch Vizeregierungschef im Südwesten ist. „Es ist klassischerweise ein Thema aller Extremisten: der Rechtsextremisten, aber auch der Linksextremisten.“ Zudem gebe es auch eine neue Gefahr eines Antisemitismus und Antiisraelismus, der mit der jüngsten Zuwanderung nach Deutschland entstanden sei. „Der Islamismus ist auch geprägt von Hass gegen Israel“, sagte er.

In Baden-Württemberg seien die antisemitischen Straftaten zwar weniger stark gestiegen als im Bundestrend oder in einzelnen anderen Bundesländern. „Aber das führt bei uns nicht zu einer Entspannung bei dem Thema, zumal wir hier von einer gewissen Dunkelziffer ausgehen müssen“, sagte Strobl. In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr 99 antisemitische Straftaten erfasst - rund fünf Prozent mehr als im Jahr davor.

Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs

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