Schwetzingen Neues Kunstwerk in Schwetzingen

Der Kurfürst und die Konkubine: Peter Lenks neue Statue.
Der Kurfürst und die Konkubine: Peter Lenks neue Statue. © Foto: Wolf Goldschmitt
Wolf Goldschmitt 24.11.2016

Schweinerei oder saustark? Das neue Kunstwerk des Städtchens Schwetzingen polarisiert. Überraschend ist das freilich nicht, heißt der Bildhauer doch Peter Lenk. Und der eckt gerne an. Die Skulptur zeigt einen feisten Kurfürsten Carl Theodor, halbnackt mit einer Mätresse. Beide genießen einen Ritt auf einer fetten Sau. Das Werk erhebt sich direkt vor dem Barockschloss, das unter der Regentschaft des freizügigen Herrschers zur Sommerresidenz ausgebaut wurde.

Der Gemeinderat der Kommune hat zum 1250. Jubiläum mal so richtig die Sau rausgelassen und mutig die Zwei-Tonnen-Plastik in Auftrag gegeben. Der Macher vom Bodensee nennt seine Kreation „Das Glücksschwein von Schwetzingen“. Dieser Titel bezieht sich überhaupt nicht auf das Tier, sondern meint den freizügigen Adligen selbst. Preußenkönig Friedrich II. soll Carl Theodor einmal als „Glücksschwein“ bezeichnet haben, weil der „faule Kerl mehr Länder geerbt als erobert“ habe.

Peter Lenk, dessen „Imperia“ im Konstanzer Hafen mit prallen Brüsten und offener Scham an die Zeit von Fürsten und Huren erinnert, fühlte sich bei der Übergabe seiner optischen Provokation offensichtlich sauwohl. Der Schwetzinger Oberbürgermeister René Pöltl jedenfalls ist fest davon überzeugt, dass seine Stadt mit der Verpflichtung des Künstlers Schwein gehabt hat und touristisch profitieren werde.