Verkehr Illegale Rennen auf A 81: Keine Einigung im Landtag

Stuttgart / Pia Reiser 26.10.2017
Illegale Rennen, viele Raser aus der Schweiz: Auf der A 81 gibt es Handlungsbedarf. Der Verkehrsausschuss findet aber vorerst keine Einigung auf Gegenmaßnahmen.

Auch nach der Beratung des Verkehrsausschusses des Landtags am Mittwoch zeichnet sich in Sachen Tempolimit auf der A 81 keine Lösung ab. Einig waren sich die Fraktionen nur darin, dass etwas gegen die Autorennen zwischen den Autobahndreiecken Hegau und Bad Dürrheim getan werden müsse. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium, sagte vor dem Gremium: „Aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann es einen schweren Unfall geben wird.“ Bleibt die Frage, wie die Rennen gestoppt werden sollen.

Lahl erklärte, dass die Rennen meist von Autos mit Schweizer Kennzeichen gefahren werden. Dort gelten hohe Strafen für zu schnelles Fahren und Autorennen. Die Fahrer würden sich dort nicht trauen – und die Rennen deswegen auf die Autobahn hinter der deutschen Grenze verlegen. Die CDU verfolgt nun den Ansatz, es ähnlich wie die Schweiz zu machen: Sie setzt auf schärfere Gesetze und mehr Kontrollen. Die Grünen und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wollen an den betroffenen Abschnitten ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde durchdrücken.

Beide Regierungsfraktionen beharrten jedoch im Verkehrsausschusses darauf, dass es noch weitere Prüfungen braucht, um über die Maßnahmen endgültig zu entscheiden. Es gebe kein Pauschal­instrument, um gegen die Geschwindigkeitsjunkies vorzugehen, sagte Thomas Dörflinger (CDU): „Deswegen ist die Entscheidung nicht so leicht, wie sich die Opposition das vorstellt.“

Der FDP-Verkehrsexperte Jochen Haußmann sieht keine logischen Gründe für ein Tempolimit auf der A81, weil es das gefährliche Verhalten auf andere Strecken verlagern könnte. Er legte nahe, Minister Hermann strebe damit eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung durch die Hintertür an.

Mit ihrer Forderung nach verstärkter Verkehrsüberwachung und deren Auswertung konnte sich die FDP nicht durchsetzen, auch die SPD-Fraktion scheiterte im Ausschuss mit ihrem Antrag zur Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf der A81 als Pilotversuch.

Pia Reiser (mit dpa)

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