Land am Rand Hohenheim-Studenten retten das Makel-Gemüse

Stuttgart / Andrea Trajanoska 05.05.2018

Natur, Kosmos und der ganze Rest – drunter machte es der Universalgelehrte Alexander von Humboldt eigentlich nicht. Weniger bekannt ist sein Beitrag als Pflanzenforscher. Ende des 18. Jahrhunderts untersuchte er die Zusammenhänge der Bestandteile der Luft auf das Wachstum der Pflanzen. Für Laien formuliert: Weht zu starker Wind, wächst die Gurke krumm – bleibt es aber windstill, erhält man eine gerade Gurke, die es nicht zum Verkauf in den Supermarkt schafft.

Der Diskriminierung des Zweite-Wahl-Gemüses und daraus resultierenden Lebensmittelverschwendung möchte die Uni Hohenheim ein Ende setzen. Mit dem Reform-Projekt „Humboldt reloaded“ starteten Studenten eine Umfrage unter Kommilitonen, ob diese bereit wären, optisch benachteiligtes, frisches regionales Gemüse – das geschmacklich dem erstklassig gewachsenen Gemüse in nichts nachsteht – über einen Bestell-Service an den Campus liefern zu lassen.

Und siehe da: Mehr als 90 Prozent würden das „Krummüse“ aus der Region bedenkenlos kaufen. Zu fairen Preisen, versteht sich. Sogar die Hälfte der Befragten würde diesen Lieferservice schon im kommenden Semester nutzen.

Die politisch unkorrekte Diskriminierung des hässlichen Gemüses muss ein Ende haben! Studenten der Universität Hohenheim machen’s vor und geben dem Gemüse mit Macke eine zweite Chance. Schließlich kann eine krumme Gurke ja nichts dafür, es ist die Biologie… wusste schon Alexander von Humboldt.