Verbrechen Hohe Belohnung für Hinweise

Freiburg/Endingen / Petra Walheim 25.11.2016

Nichts wird unversucht gelassen, um die Morde in Freiburg und Endingen aufzuklären. Deshalb sind hohe Belohnungen ausgesetzt worden. Für Hinweise, die zur Ermittlung oder zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, liegen im Fall Freiburg 35 000 Euro bereit. Zum Mord an der Joggerin in Endingen sind es 25 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hatte je 6000 Euro ausgelobt, das weitere Geld sei von privater Seite beigesteuert worden, teilt die Polizei mit. „Die Betroffenheit in der Bevölkerung ist sehr groß“, sagt ihre Sprecherin Laura Riske. Groß sei auch die Bereitschaft, die Ermittlungen zu unterstützen  Die Sonderkommissionen arbeiten intensiv an der Aufklärung. Aber es gibt noch keine heiße Spur.

In Freiburg wurde in der Nacht zum 16. Oktober eine 19-jährige Studentin auf dem Heimweg von einer Party an der Dreisam überfallen, vergewaltigt und in die Dreisam geworfen. Dort ist sie ertrunken. Ein wichtiger Hinweis auf den Täter ist ein Fahrrad, das am Tatort gefunden wurde. Daran konnten männliche DNA-Spuren gesichert werden. Es stellte sich heraus, dass es die gleichen DNA-Spuren sind, die an der Frau entdeckt wurden.

Der Abgleich mit der bundesweiten DNA-Analyse-Datei ist jedoch negativ verlaufen. Auch Spürhunde, die auf die Fährte von Geruchsspuren vom Tatort angesetzt wurden, brachten keinen Fortschritt. Einer der Hunde führte die Ermittler in einen Hörsaal mit weit über 100 Studierenden. Fast alle gaben DNA-Proben ab. Doch keine stimmte mit der vorhandenen DNA überein.

Die Ermittler haben bislang fast 1000 Menschen vernommen und verfolgen weit über 1000 Spuren und Hinweise. Seit Mittwoch benutzen sie zur Ermittlung auch eine webbasierte Abfrage. Die Polizei hat sie mit Unterstützung der Uni Freiburg eingerichtet. Deren Studierende und Mitarbeiter können über die zentrale Lernplattform der Uni einen Fragenkatalog ausfüllen.

Damit soll erreicht werden, dass noch  mehr Besucher der Party, auf der die 19-jährige Studentin war, Angaben zu dem Abend machen. Auch können auf dem Weg Fotos von der Party an die Polizei geschickt werden.

Drei Wochen nach dem Verbrechen in Freiburg wurde in Endingen am Kaiserstuhl eine 27-jährige Joggerin vergewaltigt und getötet. Die Frau war am Nachmittag des 6. November zum Joggen aufgebrochen und nicht heimgekehrt. Vier  Tage lang wurde sie gesucht, am 10. November tot in einem Wald zwischen Endingen und Bahlingen gefunden.

Die Soko „Erle“ hat bislang fast 600 Spuren verfolgt. Gesucht wird nach wie vor ein Laufschuh der Joggerin. Der Fall war Thema in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ vom 16. November. Doch auch daraufhin gingen keine weiterführenden Hinweise ein.

Dass die hohen Belohnungen mögliche Zeugen, die ihre Informationen vielleicht aus Angst zurückhalten, zu einer Aussage bewegen können, ist ungewiss.  „Das Geld ist ein Mittel, das genutzt werden kann, um an weitere Hinweise zu gelangen“, sagt die Polizeisprecherin. „Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen.“

Die Verbrechen haben zudem eine Diskussion über die Auswertung von DNA-Spuren ausgelöst. Mit ihnen könnte ein Profil des Täters erstellt werden, Doch das ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt.

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