Sensation Höhlenfisch pflanzt sich ohne Höhle fort

Erster Höhlenfisch-Nachwuchs im Aquarium.
Erster Höhlenfisch-Nachwuchs im Aquarium. © Foto: Uni Konstanz
Konstanz / Petra Walheim 28.08.2018

Die Fischökologin  Dr. Jasminca Behrmann-Godel und ihre Kollegin Myriam Schmid vom Limnologischen Institut der Uni Konstanz hatten nur wenig Hoffnung. Doch die wurde erfüllt. Ihnen ist es gelungen, Höhlenfischen in ihrem Institut, außerhalb ihres Höhlensystems, derart gute Bedingungen zu schaffen, dass sie sich fortgepflanzt haben. Das sei „wirklich außergewöhnlich“, sagt Jasminca Behrmann-Godel.

Joachim Kreiselmaier, Mitglied des Vereins „Freunde der Aachhöhle“, hatte die Höhlenfische, es sind Schmerlen der Gattung Barbatula, 2015 während eines fünfstündigen Tauchgangs in der Aachhöhle entdeckt. In diesem Jahr wurden im  Institut zwei Männchen und zwei Weibchen in einem Aquarium zusammengeführt. Ihnen wurden verschiedene Materialien für die Laichablage angeboten. Welches sie gewählt haben, ist noch ein Rätsel.

Im Juni erlebte Myriam Schmid eine „echte Überraschung“. Sie pflegt die Höhlenfische und hat die etwa 1,5 Zentimeter langen Schlüpflinge als Erste entdeckt.

Die Fischökologinnen waren auch die Ersten, die Bachschmerlen aus der Donau und Radolfzeller Aach, die nächsten Verwandten der Höhlenfische, erfolgreich nachzüchteten. Derweil hat ein Höhlentaucher am 18. August weitere Höhlenfische in einem weiter entfernten Bereich des Donau-Aach-Systems entdeckt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel