Wetter Hochwasser im Südwesten – Wetterbesserung in der neuen Woche

dpa 06.01.2018
Hochwasser bedroht nach starkem Regen noch viele Uferbereiche im Südwesten, die Sturmschäden des Tiefs „Burglind“ sind auch nicht überall behoben. In der neuen Woche wird es aber erstmal mild.

Sturm und Dauerregen haben dem Südwesten in den vergangenen Tagen zugesetzt – doch zum Wochenbeginn sollen nun, zumindest im Verkehr, die meisten Spuren beseitigt sein. Auf tagelang gesperrten Bahnstrecken rollten am Samstag bereits wieder Züge, Aufräumarbeiten an Gleisen und Straßen gingen in die letzte Phase und die Wetterprognosen lassen sogar etwas Freude aufkommen.

Alle größeren Flüsse im Südwesten führten am Wochenende noch Hochwasser, wie die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg am Samstagmorgen mitteilte.

Bei Ulm ging der Pegelstand der Donau am Samstagmorgen bereits wieder zurück. Bei Neu-Ulm lag die Donau um 13 Uhr bei 3,39 Meter, die Iller bei Wiblingen bei 4,30 Meter.

In der Nacht zum Samstag war durch Niederschläge vielerorts noch mehr Regen dazugekommen. Allerdings sollten bei den Pegelständen nach Einschätzung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) spätestens am Sonntag die Höchstwerte erreicht werden. Der Rhein bei Karlsruhe habe mit 8,45 Metern einen vorläufigen Höchstwert erreicht.

Schiffe pausierten auf Abschnitten von Rhein und Neckar am Samstag weiterhin. Tags zuvor war die Schifffahrt zwischen Iffezheim und Germersheim auf dem Rhein untersagt worden, auf dem Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn. Die Dauer der Sperrung blieb zunächst offen.

Dauerregen hatte am Freitag in Heidelberg und vielen Teilen des Rhein-Neckar-Kreises dazu geführt, dass der Neckar über die Ufer trat - und das trotz Schutzmaßnahmen durch Sandsäcke. Die Bundesstraße 37 blieb auch am Samstag im Bereich der historischen Altstadt vorerst für den Verkehr gesperrt. Die Räumarbeiten an vielen anderen vom Regen oder Hochwasser überflutete Kreis- und Landstraßen befänden sich jedoch bereits in den letzten Zügen, sagten Polizeisprecher in den betroffenen Regionen. Zu Beginn der neuen Woche seien die meisten Straßen wieder frei.

In Teilen des Landkreises Waldshut könnten die Räumarbeiten dagegen noch länger dauern, hieß es bei der Polizei. In St. Blasien hatte ein Erdrutsch einen Großalarm bei Rettungskräften ausgelöst, mehr als 100 Bewohner des Teilorts Menzenschwand mussten ihre Häuser verlassen. Sieben Wohngebäude waren verschüttet worden. Die Spuren des Unwetters in dem 500-Einwohner-Dorf restlos zu beseitigen, werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte ein Beamter.

Mehrere Bahnstrecken wurden am Wochenende nach Sperrungen durch umgestürzte Bäume im Gleisbett - zumindest eingeschränkt - wieder in Betrieb genommen, darunter der Streckenabschnitt zwischen Hausach und St. Georgen im Schwarzwald sowie zwischen Freiburg und Neustadt im Schwarzwald. Die Strecke zwischen Eutingen im Gäu und Freudenstadt sollte ab Montagmorgen wieder befahrbar sein. Manche Strecken müssen nach Bahnangaben für die Räumung von umgestürzten Bäumen noch bis zur Wochenmitte gesperrt bleiben - etwa zwischen Neustadt und Löffingen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen steht demnach zur Verfügung.

Auf der Wetterkarte zeichnet sich derweil eine deutliche Verbesserung ab: Pünktlich zur neuen Woche macht sich laut DWD-Meteorologe Clemens Steiner in Stuttgart ein Hochdruckgebiet im Land breit. Die Temperaturen sollen bereits am Montag überall stark ansteigen und für diese Jahreszeit sogar „deutlich zu hohe Werte annehmen“ - im Breisgau und am Oberrhein werden am Dienstag sogar knapp zweistellige Werte erwartet. Das Hoch beschere dem Südwesten eine Beruhigung des Wetters, die „absolut notwendig“ sei.

Heiter, etwas wolkig, aber vor allem trocken soll es weitergehen. Erst ab Mittwoch seien wieder vereinzelte, schwache Schauer möglich, die im Bergland als Schnee fallen, sagte der Experte. Die Aussichten versprechen laut Steiner auch eine schnelle Stabilisierung der Wasserstände in Flüssen und Bächen des Landes. Das Schlimmste sei am Wochenende bereits überstanden.