Nach Einschätzung von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kommen für Stuttgart allenfalls nur noch kleinflächigere Verbote von Dieselfahrzeugen der Euronorm 5 in Betracht. „Nach neuen Simulationsberechnungen kommen wir bei den Stickoxid-Emissionen flächendeckend in Stuttgart so weit runter, dass wir ein Verbot für Diesel der Euronorm 5 in der gesamten Umweltzone vermutlich nicht mehr brauchen“. Um die Grenzwerte an allen Straßen einzuhalten, müssten aber noch zwei Optionen geprüft werden.

„Entweder man sperrt nur die Kernzone, den Kessel-Bereich“, sagte Hermann der Deutschen Presse-Agentur. „Oder man untersagt die Durchfahrt für Euro 5 Fahrzeuge auf den hochbelasteten Achsen der B10, B14 und der B27 auf einigen Kilometern. Sollten die Emissionen wider Erwarten noch deutlicher sinken, würden uns eventuell auch diese Maßnahmen erspart bleiben.“ Die Bundesstraßen 10, 14 und 27 sind die Strecken, über die der meiste Verkehr aus dem Umland in die Stadt rollt. Bereits seit dem Jahresbeginn dürfen Diesel-Fahrzeuge der Euronorm 4 und schlechter nicht mehr in die Umweltzone fahren.

Einige CDU-Politiker hatten vor der Kommunalwahl Hoffnungen geäußert, dass auch das Verbot für Euro-4-Fahrzeuge obsolet werden könnte. Das wies Hermann allerdings zurück. „Das wird nicht funktionieren. Das hieße, eine wirksame Maßnahme wieder zurückzuziehen. Damit würde man das Fahrverbot für Euro 5 nicht verhindern, sondern befördern.“