Heidelberg Heidelberg will sich mit Graffiti-Festival „Urban Art“ neues Image geben

Hoch hinaus: Der polnische Künstler Robert Proch bemalt die Fassade eines Heidelberger Hauses.
Hoch hinaus: Der polnische Künstler Robert Proch bemalt die Fassade eines Heidelberger Hauses. © Foto: Hoch hinaus: Der polnische Künstler bemalt eine Fassade. Wolfgang Risch
WOLFGANG RISCH 18.07.2016
Heidelberg möchte nicht mehr nur romantisch sein. Ein Weg, um „hipper“ zu werden: „Urban Art“. Das gleichnamige Festival läuft noch bis Freitag.

„Urban Art – Kunst in der Stadt“ heißt das Festival in Heidelberg, das sich mit großflächigen Wandmalereien und eigens für die riesigen Formate bis zu vierstöckiger Häuser entwickelten Motiven das Ziel setzt, ein öffentlicher Kunstraum zu werden. Für diese Galerie in der Stadt hat Oberbürgermeister Eckart Würzner die Schirmherrschaft übernommen, die Aktion wird unterstützt von der Baden-Württemberg-Stiftung und weiteren Sponsoren, darunter Cafés und Restaurants.

„Festival für urbane Kunst“ nennt sich das Streetart-Festival „Metropolink“, 15 international renommierte Künstler gestalten zwölf Hausfassaden. Durch die Graffiti entstünden „tolle Sachen, die so gar nicht dem behüteten Bild entsprechen, das man von Heidelberg hat“, sagt der Leiter des städtischen Amts für Öffentlichkeitsarbeit, Achim Fischer. Angeboten wird auch eine Bustour, die zu den verschiedenen Adressen führt. Bis zum 22. Juli sollen die Werke vollendet sein.

Ein Hamburger Künstler, der sich „1010“ nennt, bemalt die Wand eines ehemaligen Bordells gleich hinter dem Hauptbahnhof. Der Georgier Emzari Bazeraschwili, 2012 bis 2014 Stipendiat an der Kunstakademie in Stuttgart, gestaltet ein Haus im nahen St. Leon-Rot, das einzige Objekt außerhalb Heidelbergs und das 13. der Aktion. Der Spanier „Limow“ verbindet die Arbeit im Studio mit öffentlichen Projekten, er lebt und wirkt in Murcia und Heidelberg. „SweetUno“ aus Basel bemalt die Wand einer Spedition, der Peruaner Danny Figuerao zusammen mit dem Polen Robert Proch die Fassade eines Hauses in der Kaiserstraße im Heidelberger Zentrum.

OB Würzner sagt, Kunst im öffentlichen Raum habe am Neckar „eine beachtliche Tradition“ und nennt Heidelberg „die Wiege des deutschsprachigen Hip Hop“. Dieser und die Graffiti-Bewegung seien Mitte der 1980er Jahre dort angekommen. „Es ist beachtlich, was das Organisationsteam in enger Kooperation mit der Stadt gleich für die erste Ausgabe des Festivals Metropolink auf die Beine gestellt hat“, sagt Würzner. Heidelberg verändere sich, es zeige sich „als kreative Stadt, die den Titel Unesco Creative City zurecht trägt“.