Berlin/Stuttgart Hängepartie um Rheintalbahn soll am Donnerstag enden

PETRA WALHEIM 28.01.2016
Der Bundestag will am Donnerstag den Ausbau der Rheintalbahn beschließen. Ein Tunnel und besserer Lärmschutz verschlingen 1,8 Milliarden Euro mehr.

Der Donnerstag kann für die Badener zwischen Offenburg und Weil am Rhein ein Festtag werden. Der Bundestag will beschließen, die Rheintalbahn in diesem Bereich von zwei auf vier Gleise auszubauen, dabei Forderungen von Bürgerinitiativen zu berücksichtigen und dafür 1,8 Milliarden Euro mehr auszugeben. Damit hätte sich der Widerstand, der Bürger über zwölf Jahre hinweg gelohnt. Es wäre ihnen gelungen, die ursprünglichen Planungen der Bahn zu kippen und ihre Vorschläge für einen aus ihrer Sicht menschen- und umweltgerechten Ausbau weitgehend durchzusetzen. Die Rheintalbahn ist Teil der wichtigen europäischen Güterzug-Trasse Rotterdam-Genua.

Die größten Änderungen sind, dass die Gleise drei und vier auf Höhe Offenburg nicht durch die Stadt gelegt, sondern durch einen sieben Kilometer langen Tunnel führen. Das führt zu Mehrkosten von 1,18 Milliarden Euro, die der Bund trägt. Zwischen Offenburg und Riegel soll die zweigleisige Güterzugtrasse parallel zur A 5 gebaut werden. Dafür werden Mehrkosten von 565 Millionen Euro veranschlagt. Außerdem wird zwischen Hügelheim und Auggen der Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus verbessert, was 56,4 Millionen Euro mehr verschlingt.

"Durch die jahrelange Arbeit im Projektbeirat Rheintalbahn ist es durch Einbeziehung der Landkreise, Kommunen und Bürgerinitiativen gelungen, die ursprüngliche Planung so zu verändern, dass eine menschen- und umweltfreundliche Trasse gebaut wird", sagt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Dabei beteilige sich das Land mit gut 400 Millionen Euro am Landschaftsschutz und an den Mehrkosten für Lärmschutz.

Vom "wohl wichtigsten Meilenstein ihrer Bemühungen um eine menschenverträgliche, umweltgerechte und zukunftstaugliche Rheintalbahn", schreibt Roland Diehl, Sprecher der Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein (IG Bohr). Er versichert, die IG Bohr werde sich künftig auch bei den Detailplanungen intensiv einbringen.