Stuttgart Grundstein für Stuttgart 21 erst später - und ohne Kretschmann

Stuttgart / LSW 23.07.2016
Aus der Grundsteinlegung für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 noch vor den Ferien wird nichts. Jetzt peilt die Bahn einen Termin im September an.

Der Grundstein für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 kann doch nicht vor den Sommerferien gelegt werden. Projektsprecher Jörg Hamann sagte, man hoffe auf den Herbst und peile Mitte September an. Zur Begründung sagte Hamann, der Plan mit einem Termin noch im Juli habe „nicht mehr funktioniert“. Die Grundsteinlegung soll jetzt nach dem Schulstart am 12. September und vor Wasen-Beginn am 23. September über die Bühne gehen. Der Tiefbahnhof ist das zentrale Bauwerk des Projekts Stuttgart 21. Gebaut wird daran in und um Stuttgart seit Februar 2010.

Bei der Grundsteinlegung wird die Bahn auf Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verzichten müssen. Es ist „nicht vorgesehen“, dass der Regierungschef teilnimmt, wie sein Sprecher Rudi Hoogvliet betonte. Das Land ist wie auch die Stadt Projektpartner der Bahn bei dem Milliardenprojekt. Doch auch im grün geführten Rathaus ist die Haltung zu einer großen Feier zumindest nicht euphorisch: Es sei noch offen, ob Oberbürgermeister Fritz Kuhn an der Feier teilnimmt, sagte ein Rathaussprecher. Ähnlich klingt es im Verkehrsministerium des Grünen-Politikers Winfried Hermann.

Stuttgart-21-Chef Manfred Leger hatte Anfang Juli gesagt, die Grundsteinlegung sei von großer symbolischer Bedeutung: „Großer Bahnhof für einen großen Bahnhof.“ Welche Prominenten zu erwarten sind, stehe noch nicht fest, sagte Bahn-Sprecher Hamann. „Das Protokoll liegt in Berlin.“ Dort sitzt die Zentrale des Konzerns. Da es sich aber um ein zentrales Städtebauprojekt in der Landeshauptstadt handele, würde sich die Bahn als Bauherrin über prominente Beteiligung freuen.

Mit Stuttgart 21 wird der bisherige Kopfbahnhof der Landeshauptstadt zur unterirdischen Durchgangsstation umgebaut. Die Bahn taxiert das Projekt auf 6,53 Milliarden Euro, Kritiker rechnen es schon auf zehn Milliarden Euro hoch. Gerade mögliche Kostensteigerungen könnten auch bei der nächsten Aufsichtsratssitzung der Bahn Anfang September noch einmal Thema werden. Laut Bahnplanung sollen Ende 2021 erste Züge in den Tiefbahnhof rollen.

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