Berlin/Freiburg Grünen-Spitze sieht lokale Gründe für Wahlniederlage

Dieter Salomon (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Patrick Seeger
Dieter Salomon (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Patrick Seeger © Foto: Patrick Seeger
Berlin/Freiburg / DPA 07.05.2018

Die Spitze der Bundes-Grünen begründet die Abwahl des grünen Oberbürgermeisters von Freiburg, Dieter Salomon, mit der speziellen Lage vor Ort. „Nach 16 Jahren ist es in vielen Kommunen so, dass die Leute dann irgendwann sagen, jetzt brauchen wir auch mal jemand anderen an der Spitze“, sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock am Montag in Berlin. „Das ist ja das Wesen unserer Demokratie, dass immer wieder ein Wechsel stattfindet.“

Eine Richtungsdebatte über den bürgerlichen Kurs der Grünen im Südwesten will sie nicht anstoßen: Sie halte es für „das absolut Falscheste, jetzt von oben zu sagen, so und so hat es zu sein.“ Auch einen generellen politischen Trend in Baden-Württemberg will die Brandenburgerin aus der Freiburger Wahl nicht ableiten.

Co-Parteichef Robert Habeck äußerte sich ähnlich. „Die Niederlage hat in erster Linie mit lokalen Entwicklungen zu tun“, sagte der Schleswig-Holsteiner der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. „Lassen wir auch mal das Münster in Freiburg.“

Salomon hatte am Sonntag bei der Oberbürgermeisterwahl in der Universitätsstadt Freiburg nach 16 Jahren im Amt keine Mehrheit mehr bekommen. Zum neuen Rathauschef wählten die Freiburger den parteilosen Sozialwissenschaftler Martin Horn, der im Wahlkampf von der SPD unterstützt wurde. Salomon war der erste grüne Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Freiburg ist mit rund 230 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg.

Wahlergebnis

Dieter Salomon

Martin Horn

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel