Hohenstadt Grubenwehr noch nicht einsatzbereit Kreisbrandmeister inspiziert Steinbühltunnel

Am Wochenende sind schon 200 Meter im Berg geschafft : Baustelle des Steinbühltunnels bei Hohenstadt.
Am Wochenende sind schon 200 Meter im Berg geschafft : Baustelle des Steinbühltunnels bei Hohenstadt. © Foto: THOMAS HEHN
Hohenstadt / DIRK HÜLSER 10.07.2013
Im Steinbühltunnel der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm hat die erste Feuerwehrübung stattgefunden. Der Kreisbrandmeister sieht noch Diskussionsbedarf.

Jetzt ging es plötzlich schnell: Zehn Tage, nachdem der Göppinger Kreisbrandmeister Michael Reick das fehlende Brandschutzkonzept der Baustelle Steinbühltunnel kritisiert hatte, gab es nun die erste Feuerwehrübung auf der Baustelle. Am Donnerstag noch hatte es ein Krisengespräch mit Vertretern der Bahn, der Feuerwehren und diverser Behörden gegeben. Am Ende hatte die Bahn erklärt, die Bedenken des Kreisbrandmeisters seien nun ausgeräumt.

Reick wollte dies so nicht stehen lassen: Am Montagabend gab es den ersten Ortstermin in Hohenstadt. "Wir waren mit rund 40 Feuerwehrleuten vor Ort", sagte Reick. Hauptsächlich aus Hohenstadt und Drackenstein waren die Retter gekommen. Schnell war klar, dass sie mit ihren normalen Atemschutzgeräten "nicht viel tun können". Zu weit sind die Tunnelbauer bereits in den Berg vorgedrungen: Ab 200 Metern reicht die übliche Feuerwehr-Ausrüstung nicht mehr aus.

Noch am Freitag hatte ein Bahnsprecher gesagt, bis Montag seien die zwei vorgeschriebenen Grubenwehr-Trupps einsatzbereit. Davon war laut Reick nichts zu sehen: "Da sind derzeit nur vier Leute in der Rettungswehr, das ist zu wenig." Zudem seien die Männer noch nicht ausgebildet, sie hätten nur einen Grundkurs absolviert. Für die kommende Woche seien aber weitere vier Helfer zugesagt. "Dann machen wir wieder eine Übung", kündigt Reick an. Bis spätestens Ende des Monats soll dann die zehnköpfige Grubenwehr der Tunnelbauer komplett sein. Reick will abwarten: "Wir müssen sehen, ob sie die Versprechungen auch einhalten."

Reick will sich nicht einlullen lassen. Es sei nicht mit Geschenken für die Feuerwehren getan. "Wir sind nicht bereit, irgendwelche Dinge zu versprechen, die wir nicht halten können, nur um einige Gerätschaften umsonst zu bekommen." Zwar müsste die Arbeitsgemeinschaft Tunnelbau Geräte stellen, eine Verpflichtung erwache daraus für die Freiwilligen Feuerwehren aber nicht. Jetzt müsse das Brandschutzkonzept weiterentwickelt werden: "Das ist kein System auf Dauer."

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