Göppingen Göppinger stirbt offenbar im Kampf gegen IS

Göppingen / MICHAEL SCHORN 26.02.2016
Er lebte in Göppingen, bevor er nach Syrien ging, um an der Seite der Kurden gegen den IS zu kämpfen. Jetzt soll ein 56-Jähriger dort getötet worden sein.
Ein 56-Jähriger, der zuletzt fünf Jahre lang in Göppingen gelebt hat, soll beim Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) Anfang dieser Woche in Syrien gestorben sein. Das berichtet die Yekîneyen Parastina Gel (YPG), eine bewaffnete kurdische Miliz, die vor allem in Nordsyrien gegen den IS kämpft. Die YPG gilt als bewaffneter Arm der Partei der Demokratischen Union (PYD), die als syrischer Vertreter der PKK angesehen wird.

Auch mehrere deutschen Medien haben bereits über den Tod des Göppingers berichtet, unter anderem der Kölner Nachrichtensender n-tv. Dort heißt es, dass der bei Kurden unter dem Namen „Rüstem Cudi“ bekannte Kämpfer in der Stadt Al-Schadadi getötet worden sei.

Den Tod des 56-Jährigen bestätigt zudem sein ehemaliger Chef Rene Nakouzzi, der im Göppinger Stauferpark den „Cypress Club“ betreibt. „In einer kurdischen Zeitung wurde über seinen Tod berichtet, ein Bekannter hat mir den Artikel übersetzt.“ Demnach habe der 56-Jährige einem anderen verletzten Kämpfer zu Hilfe eilen wollen und sei dabei von einem Heckenschützen erschossen worden.

„Mitte vergangenen Jahres ging er nach Syrien“, erzählt Nakouzzi. „Davor hat er etwa fünf Jahre bei mir als Türsteher gearbeitet.“ Vor seiner Göppinger Zeit habe der Ex-Bundeswehrsoldat für die Fremdenlegion gekämpft. „Er war ein Einzelgänger, ein geborener Soldat. In Göppingen hat er sich nie richtig wohlgefühlt“, berichtet Nakouzzi. Und warum ist „Rüstem Cudi“ in den Kampf gezogen? „Ausschlaggebend dafür war wohl ein Medienbericht, in dem gezeigt wurde, wie IS-Kämpfer mit den Köpfen der Getöteten Fußball spielen“, sagt er.

Von offizieller Seite wird der Tod des Göppingers indes nicht bestätigt. „Wir haben keine gesicherten Informationen“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Und beim Auswärtigen Amt heißt es: „Da unsere Botschaft in Damaskus geschlossen ist, haben wir derzeit keine Erkenntnisse über Todesfälle von Deutschen in Syrien.“