Der Vorstoß von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), den Unterrichtsbeginn an Schulen nach hinten zu verschieben, stößt auf große Skepsis bei Eltern. Hermann verspricht sich davon eine Entzerrung des morgendlichen Verkehrs auf den Straßen. „Der Minister hat damit nicht primär das Wohl der Kinder im Blick“, kritisierte der Chef des baden-württembergischen Landeselternbeirates, Carsten Rees. Was tatsächlich für Kinder das Beste sei, müsse gründlich erörtert werden. Die Vorgehensweise des Ministers sei unglücklich. „Das ist ein komplexes Thema, das man sehr sorgfältig behandeln sollte“, meinte Rees. Es tauge nicht für „Schnellschüsse“.

Kinder seien jedenfalls keine Verfügungsmasse, die man dazu nutzen könne, das Verkehrssystem flüssiger zu machen. Was den frühen Unterrichtsbeginn und Änderungen angehe, gebe es noch keinen Gesamtkonsens. Darüber müssten alle zuständigen Gremien beraten und sich auch mit der Wissenschaft zusammensetzen.

Hermann hatte der „Südwest Presse“ gesagt: „Die größte Entzerrung wäre, wenn endlich nicht mehr überall der Schulbeginn ungefähr um 7.45 Uhr wäre.“ Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) findet demnach auch eine Entzerrung sinnvoll. Sie wolle Überzeugungsarbeit dafür leisten, dass Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen. Zum späteren Unterrichtsbeginn äußerte sich Eisenmann aber zurückhaltend. Das regle die jeweilige Schule vor Ort selbst.