Konstanz Gericht ahndet schwunghaften Handel mit Drogen im Darknet mit vier Jahren Haft

Konstanz / EVA MARIA VAASSEN 01.07.2016
Wegen Drogenhandels im Internet ist jetzt ein 29-Jähriger verurteilt worden. Seine Ware hatte er selbst aus den Untiefen des „Darknet“ bezogen.

Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 29-jähriger Mann eingeräumt, einen umfangreichen Handel mit illegalen Drogen im „Darknet“ betrieben zu haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen Handels mit 3000 Ecstasy-Tabletten, rund 250 LSD-Trips, mehr als fünf Kilogramm Amphetamin (Speed) und rund 100 Gramm Haschisch zu vier Jahren Haft. Ohne Geständnis wäre die Strafe deutlich höher ausgefallen. Sein letztes Päckchen holte er an Weihnachten vorigen Jahres an einer Packstation ab. Dabei wurde er festgenommen.

Unter Decknamen bot er im Darknet Drogen an, die in digitaler Währung ausgepreist waren und auch so bezahlt wurden. Seine Kunden gaben ihm beste Bewertungen für  Service und Sortiment – und vor allem für die Qualität der Ware. Seine 32-jährige Ex-Freundin, die wegen Beihilfe angeklagt war, sowie ein 24-jähriger Käufer kamen mit Bewährungsstrafen davon. „Die haben alle selbst nicht gerade wenig konsumiert“, sagte eine Kripobeamtin.

Ab Ende 2014 begann der 29-Jährige, vor allem Amphetamin, das er aus dem Schattennetz bezog, im Straßenhandel zu verkaufen. Ab Sommer vorigen Jahres verlegte er sich auf den Internet-Handel. Unter falschem Namen bot er eine bunte Auswahl an Drogen, von Marihuana bis zu Speed und LSD an. Die Drogen, die er selbst im Darknet geordert hatte, ließ sich er sich unter verschiedenen Aliasnamen an Paketshops oder an Packstationen in Konstanz liefern. Dann wurden die Bestellungen abgearbeitet und auf gleichem Weg an die jeweiligen Kunden verschickt.

Nach seiner Festnahme wurde seine Wohnung durchsucht. Dabei spielte der Polizei der Zufall in die Hände. Nur weil der Mann während seiner kurzzeitigen Abwesenheit seinen Rechner hatte laufen lassen, hatte man sofort Zugang zu seinem Darknetbereich, was ansonsten nur äußerst schwierig möglich ist. Denn Falschnamen und die Bezahlung mit digitaler Währung (Bitcoins) garantieren, dass die wahre Identität der Nutzer meist versteckt bleibt. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme befanden sich in seiner „elektronischen Brieftasche“ noch sieben Bitcoins. Zum damaligen Zeitpunkt entsprach das rund 3000 Euro. Seine Ex-Freundin wurde verurteilt, weil sie zwei Mal Drogenpakete für ihn zur Post gebracht hat.