Stuttgart Geothermie-Schäden in Böblingen: finanzielle Lösung in Sicht

Ein großer Riss zieht sich durch eine Hauswand. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Ein großer Riss zieht sich durch eine Hauswand. Foto: Patrick Seeger/Archiv © Foto: Patrick Seeger
Stuttgart / DPA 06.09.2018

Nach Geothermie-Schäden an rund 200 Häusern in Böblingen zeichnet sich eine erste finanzielle Lösung ab. Das Land wolle zugunsten der schuldlos Geschädigten zunächst auf Ansprüche in Millionenhöhe verzichten, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart mit. Der Landtag müsse dafür den Weg frei machen. Damit werde die Auszahlung von fünf Millionen Euro Versicherungssumme an die Geschädigten möglich. Die nun angestrebte Lösung umfasse aber nur ein Schadensgebiet. In den Jahren 2006 bis 2008 hatten in Böblingen fehlerhafte Bohrungen stattgefunden. Für die Sanierung der Bohrlöcher stellte das Land Geld zur Verfügung.

Das Prinzip der Erdwärmebohrung besteht darin, dass eine Flüssigkeit sich tief in der Erde erwärmt, von dort nach oben gebracht und dann zum Heizen und zur Warmwasserbereitung benutzt wird. Bei den tiefsten Bohrungen dient die Geothermie auch der Stromerzeugung.

Probleme wie in Böblingen gab es in der Vergangenheit nur vereinzelt. So waren in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis), Leonberg (Kreis Böblingen) und Staufen (Breisgau-Hochschwarzwald) wegen schadhafter Bohrungen in der Vergangenheit Gebäude massiv beschädigt worden. Im Südwesten funktionierten 40 000 Bohrungen reibungslos, hieß es.

Mitteilung

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