Nahverkehr Geld vom Bund verbilligt Busfahrkarten

Bus in Tübingen: Nulltarif-Konzept fertig ausgearbeitet.
Bus in Tübingen: Nulltarif-Konzept fertig ausgearbeitet. © Foto: Franziska Kraufmann/dpa
Tübingen / Alfred Wiedemann 06.12.2018

Auch Aschaffenburg hat jetzt immer samstags Gratis-Nahverkehr. In den Bussen im Stadtgebiet und  allen Stadtteilen und in der Bahn zwischen Hauptbahnhof und Obernau erhalten Fahrgäste an Samstagen ein Ticket mit dem Aufdruck 0,00 €. Das soll den Autoverkehr verringern, teilte die bayerische Stadt mit. Zwei Jahre lang soll es den Gratis-Verkehr vorerst geben.

Tübingen hat die Gratis-Samstagsbusse schon seit Februar. 200 000 Euro hat der Gemeinderat bereitgestellt für die Einnahmeausfälle der Stadtwerke. Bis Ende November hat das gereicht. Das Gratis-Angebot gehe bis zum Jahresende weiter, finanziert von den Stadtwerken, sagte ein  Sprecher. Fünf Prozent mehr Fahrgäste hätten die Samstagsbusse laut Zwischenbilanz vom Sommer genutzt, auf wichtigen Linien seien Gelenkbusse mit mehr Platz im Einsatz. Im Januar entscheidet der Tübinger Gemeinderat, ob es das Angebot 2019 weiter geben wird. 260 000 Euro sind dazu im Haushalt schon mal vorgesehen.

Fertig in der Schublade

Die Uni-Stadt würde gern mehr machen: Ein Antrag an den Bund zur Finanzierung eines Modellversuchs mit Nulltarif im Nahverkehr oder wenigstens halbierten Ticketpreisen ist bisher unbeantwortet, so eine Stadtsprecherin. Ende April hatte der Gemeinderat dem SPD-Antrag zugestimmt. Tübingen hat ein Konzept für Gratis-Nahverkehr schon fertig ausgearbeitet.

Nachbar Reutlingen hat dagegen Mittel aus dem „Sofortprogramm saubere Luft“ zugesagt bekommen und verbilligt das Busfahren im Stadtgebiet: Von 1. Januar an gibt es ein Jahresabo für 365 Euro statt bisher 524 Euro. Das Monatsticket kostet 33 Euro, Tagestickets für Erwachsene 3,50 statt 4,40 Euro. Das Ticket gilt für den Bus in der Wabe 220 des Neckar-Alb-Donau-Verkehrsverbunds Naldo, neben Reutlingen gehören Eningen unter Achalm, Pliezhausen, Waldorfhäslach und Wannweil dazu. Reutlingen ist eine von drei vom Bund ausgeguckten Modellstädten im Südwesten, in denen Nahverkehrsprojekte beim Verringern der Stickstoffdioxidbelastung helfen sollen. Mannheim und Herrenberg sind ebenfalls dabei.  

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