Bildung Gegenwind: „Konzepte aus der Mottenkiste“

Die Forderungen der CDU zu einer grundlegenden Reform des Unterrichtes haben großen Gegenwind erfahren.
Die Forderungen der CDU zu einer grundlegenden Reform des Unterrichtes haben großen Gegenwind erfahren. © Foto: dpa
Stuttgart / Roland Muschel 13.01.2018
Forderungen der Südwest-CDU nach mehr Disziplin im Klassenzimmer und mehr Frontalunterricht verursachen großen Wirbel. Auch der grüne Koalitionspartner winkt ab.

Die Forderungen des Generalsekretärs der Südwest-CDU, Manuel Hagel, nach mehr Disziplin im Klassenzimmer und mehr Frontalunterricht haben heftige Reaktionen ausgelöst. „Eigentlich fehlt in diesem Bauchladen der schwarzen Pädagogik nur noch die Forderung nach der Prügelstrafe“, sagte die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Doro Moritz. Es handele sich um „überholte Ideen aus dem letzten Jahrtausend“. Der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei sprach von einem „verstaubten Bildungsverständnis“, es fehle nur noch die „Rohrstock-Nostalgie“.

Auch der grüne Koalitionspartner ging auf Distanz zum CDU-Vorstoß. Er sei auch ein klarer Anhänger von Leistung, sagte Grünen-Landtags­frak­tions­chef Andreas Schwarz. Wer sich aber nur darauf konzentriere, vernachlässige andere wichtige Punkte in der Bildungspolitik. „Konzepte aus der Mottenkiste helfen nicht weiter.“ Der AfD-Bildungsexperte Rainer Balzer warf der CDU dagegen vor, Stück für Stück Forderungen der AfD zu übernehmen, ohne den Urheber zu nennen.

Hagel hatte im Gespräch mit dieser Zeitung anstelle eines „überbordenden Laissez-faire“ eine Fokussierung auf Qualität und Leistung angemahnt. Im Entwurf für die „Schöntaler Erklärung“, die die Südwest-CDU am Samstag beschließen will, werden auch mehr Durchgriffsrechte für Lehrer gefordert.

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