Stuttgart/Konstanz Gedeon abgewählt und doch weiter im Amt

Wolfgang Gedeon soll nicht länger Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Konstanz sein.
Wolfgang Gedeon soll nicht länger Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Konstanz sein. © Foto: dpa
Stuttgart/Konstanz / PETRA WALHEIM 20.07.2016
Die von Wolfgang Gedeon verursachte Spaltung der AfD-Fraktion im Landtag bleibt vorerst erhalten. Gedeon droht auch im Kreisverband Konstanz das Aus.

Die AfD-Landtagsfraktion bleibt vorerst gespalten. Die vom Bundesvorstand geforderte Wiedervereinigung ist gescheitert, das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Sie erfuhr aus Parteikreisen, dass die „Rest-AfD“ im Landtag am Wochenende ein Schlichtungsgespräch mit dem Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel aus Überlingen als Vermittlerin abgelehnt hatte. Die AfD-Fraktion war im Streit um die Frage zerbrochen, wie die Partei mit dem Abgeordneten Wolfgang Gedeon aus Singen umgehen soll. Ihm wird Antisemitismus vorgeworfen. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hatte am 5. Juli mit 13 Parteikollegen die Fraktion verlassen, weil sich einige Mitglieder geweigert hatten, Gedeon aus der Fraktion auszuschließen. Damit besteht die AfD-Fraktion aktuell aus acht Mitgliedern. Gedeon hatte die Fraktion später von sich aus verlassen. 

Nun droht ihm auch im Kreisverband Konstanz, dessen Vorsitzender er ist, das Aus. In einer Versammlung stimmten 16 von 30 Mitglieder dafür, ihn als Vorsitzenden des Kreisverbands abzusetzen. Nach Auskunft des Schatzmeisters Steffen Jahnke stimmten elf Mitglieder dagegen, drei enthielten sich. Der  Kreisverband hat laut Jahnke 75 Mitglieder.

„Das ist eine ,Ente’. Ich bin weiterhin Vorsitzender des Kreisverbands.“ So reagierte Gedeon auf eine Anfrage der SÜDWEST PRESSE.  Es sei beschlossen worden, im September eine Mitgliederversammlung mit Neuwahlen abzuhalten. Bis dahin werde er im Amt bleiben, gab Gedeon gestern zu verstehen. Tatsächlich ist die Rechtslage unklar. „Ob mit dieser Abstimmung bereits eine rechtsverbindliche Abwahl zustande kam, ist noch nicht eindeutig geklärt“, schreibt Jahnke. Daher hätten die Mitglieder das Abstimmungsergebnis als „wegweisendes Stimmungsbild“ im Kosntanzer Kreisverband gewertet, so Jahnke.