Land am Rand Fußball ist auch eine Frage des Alters

Reutlingen / Madeleine Wegner 26.06.2018

„Respect the age“ prangte als Botschaft auf den Trikots der Rathaus-Mannschaft, die eigens aus dem ungarischen Szolnok zum „Internationalen Behörden-Fußballturnier“ in die Partnerstadt Reutlingen gereist war. Um den Gegenspielern den geforderten Respekt vor dem Alter zu erleichtern, gaben die Rückennummern Auskunft über die vom jeweiligen Träger bereits erfolgreich absolvierten Lebensjahre. Im medialen WM-Rauschen droht diese wichtige Botschaft unterzugehen. Altersdiskriminierung ist auch im Fußball verbreitet und findet sogar von Amts wegen statt. So hat das Statistische Bundesamt zur Weltmeisterschaft in Russland einen Ländervergleich veröffentlicht, der Auskunft über die Bevölkerungsgruppe „Männer im Fußball-Alter“ gibt. Und wen umfasst diese Kohorte nach Meinung der Statistiker? Männer zwischen 15 und 34 Jahren.

Angesichts des demografischen Wandels und der bisherigen Resultate der Nationalmannschaft bei der WM gäbe es allen Grund, sich des Themas anzunehmen. Ein Beispiel: 35 Prozent aller Mexikaner befinden sich im statistisch vorgesehenen Fußballalter, dagegen nur 24 Prozent der Deutschen. Das Ergebnis ist bekannt. Ohne im Regelwerk verankerten Altersbonus werden Jogis Jungs nicht mehr lange wettbewerbsfähig sein. Die Chance, diesbezüglich Zeichen zu setzen, wurde in Reutlingen aber vertan. Die Ungarn, die den höchsten Altersschnitt aller teilnehmenden Teams aufwiesen, wurden trotz ihres Appells Turnierletzter.

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