Aus Sicht des ehemaligen SPD-Parteichefs Sigmar Gabriel ähnelt seine Partei einer Kriminalgeschichte. Die SPD sei in vielerlei Hinsicht ein spannendes Projekt mit jeder Menge Opfern, vielen Tätern und einer „ziemlich bunten, abwechslungsreichen Handlung“, sagte er am Samstagabend in Heidenheim. In der Regel gingen die Geschichten aber immer gut aus. „Der Täter wird gefasst, und Recht und Gerechtigkeit setzt sich durch - was besseres gibt`s für Sozialdemokraten nicht“, sagte Gabriel in einer Rede für den baden-württembergischen SPD-Chef Andreas Stoch, der vor einigen Tagen 50 Jahre alt geworden war.

Außerdem forderte Gabriel die Sozialdemokraten auf, weniger in ihrer eigenen Geschichte zu schwelgen. Die SPD neige dazu, sich nach innen zu kehren, „weil sie sich mit Blick auf ihre Geschichte dann so wohl und so sicher fühlt.“ Er warnte davor, dass „man sich nur im Rückwärtsgewandtsein, in der eigenen Geschichte wohl fühlt und man den Blick auf das Heute und das Morgen scheut“. Dieser Blick sei mitunter unangenehm. Es gebe aber große Chancen, gesellschaftliche Veränderungen mitzugestalten.

Sigmar Gabriel stand der SPD von 2009 bis 2017 vor und war unter anderem Vizekanzler und Außenminister. Er sitzt derzeit noch für den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel im Bundestag, hatte aber angekündigt, sein Mandat zum 1. November abzugeben.

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