Der frühere Juso-Landeschef Leon Hahn hat Fehler im Umgang mit parteiinternen Daten eingeräumt. „Unter anderem geht es um Übersichtslisten von Delegierten und Mitgliedern, an deren Erstellung ich beteiligt war. Die Tragweite dieser Listen habe ich völlig falsch eingeschätzt“, sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Dafür entschuldige ich mich ausdrücklich.“ Er habe selbst Kontakt zu Landesdatenschützer Stefan Brink aufgenommen und wolle helfen, den Sachverhalt vollständig aufzuklären, damit die Südwest-SPD keinen Schaden nehme.

Mitglieder der Jusos stehen im Verdacht, vor dem Parteitag im Herbst Delegiertenlisten mit Mitgliederdaten unberechtigt an Dritte innerhalb der Partei gegeben zu haben. Parteiintern wird vermutet, dass mit einer gezielten Ansprache von Mitgliedern versucht werden sollte, das Abstimmungsergebnis zu beeinflussen. Konkret zu diesem Vorwurf äußerte sich Hahn zunächst nicht. Bei dem Parteitag gab es eine Kampfabstimmung zwischen SPD-Fraktionschef Andreas Stoch und dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci um den Landesvorsitz. Stoch gewann die Abstimmung knapp und ist seitdem Landesparteichef.

Hahn hat einen Sitz im Präsidium der Landespartei. Zur Frage nach einem möglichen Rücktritt sagte er: „Wenn die Aufarbeitung erfolgt ist, werde ich gemeinsam mit dem SPD-Landesvorstand über die richtigen und gegebenenfalls auch persönlichen Konsequenzen beraten.“ Hahn war von 2015 bis zum Juni 2018 Juso-Landeschef im Südwesten.

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