Stuttgart/Riedlingen Froschkutteln und Nieselregen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Guido Wolf (Zweiter von rechts) beim Froschkuttelessen.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Guido Wolf (Zweiter von rechts) beim Froschkuttelessen. © Foto: dpa
Stuttgart/Riedlingen / DPA 10.02.2016
Wohl dem Narr, der Froschkutteln essen darf. Der sitzt wenigstens im Trocknen. Bei den großen Zügen in Stuttgart und Karlsruhe hingegen wird die kunterbunte Narrenschar richtig nass.

Narrenzeit ist Traditionszeit, egal wie schlecht das Wetter ist. Ein mindestens gewöhnungsbedürftiges Festmahl und die großen Umzüge bestimmten traditionell das Narrentreiben am Fastnachtsdienstag in Baden-Württemberg. Vom miesen Wetter ließen sich die Narren ihre Laune auch in diesem Jahr ebenso wenig verderben wie von den warmen Rinderinnereien. Nachdem die Wetterfrösche etwa in Karlsruhe schwere Stürme erst für den frühen Abend voraussagten, zog der närrische Lindwurm am Mittag los. Zehntausende säumten die Straßenränder - und trotzten dem Regen.

The same procedure as every year: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich zum traditionellen Paffen einer Zigarre, eine Runde durch die Altstadt und einen Teller Rinderinnereien in seine Heimat Riedlingen (Kreis Biberach) zurückgezogen. Seit nunmehr fast vier Jahrzehnten hält er seiner Heimatzunft Gole und ihrem traditionellen Froschkuttelnessen die Treue. Zwei Plätze neben ihm löffelte auch sein Widersacher für die Landtagswahl, CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf, tapfer seinen Teller leer.

Rund 350 Narren tänzelten am Morgen beim sogenannten Kantelmarsch durch die Riedlinger Altstadt. Danach versammelten sie sich zum Festmahl im Rathaus, wo aus großen Töpfen Froschkutteln geschöpft wurden. Bereits zum 187. Mal tischte die Narrenzunft Gole in diesem Jahr auf.

"Als Vertreter unseres MP - steh ich hier und find es schee", rief derweil Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) rund 600 Narren beim Empfang vor dem großen Straßenumzug im Neuen Schloss in Stuttgart zu. Im Kostüm eines nostalgischen Rennfahrers hielt Hermann seinem Ministerpräsidenten den Rücken fürs Kuttelnessen in der Heimat frei.

Quietschvergnügt und mit jeder Menge Musik zog die bunte Narrenschar aus Hasen, Klonkriegern und Imkern dann trotz Dauer-Nieselregens durch die närrische Landeshauptstadt.

Nicht allen Narren im Südwesten ging es am Fastnachtsdienstag so gut wie denen in Stuttgart: In Feudenheim etwa, einem Vorort von Mannheim, wurde der Zug aufgrund des Wetters kurzfristig abgesagt.