Freiburg Freiburgs früherer Oberbürgermeister Rolf Böhme gestorben

Der ehemalige Oberbürgermeister von Freiburg, Rolf Böhme (SPD). Foto: Rolf Haid/Archiv
Der ehemalige Oberbürgermeister von Freiburg, Rolf Böhme (SPD). Foto: Rolf Haid/Archiv © Foto: Rolf Haid
Freiburg / DPA 12.02.2019

Der frühere Oberbürgermeister von Freiburg, Rolf Böhme, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der SPD-Politiker erlag in der Nacht zum Dienstag einer schweren Krankheit, wie ein Sprecher der Stadt bestätigte. Böhme war 20 Jahre Stadtoberhaupt in Freiburg, er regierte die viertgrößte Stadt im Land von 1982 bis zu seinem Ruhestand 2002. Zu seinem Abschied aus dem Rathaus wurde er zu Freiburgs Ehrenbürger ernannt. Zuletzt hatte er sich - gesundheitlich angeschlagen - weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Böhme, SPD-Mitglied seit 1959 und Vater von vier Kindern, war neben dem Stuttgarter Manfred Rommel (1928-2013) einer der profiliertesten Oberbürgermeister in Baden-Württemberg. Geboren wurde er in Konstanz, zum Studium kam er nach Freiburg. 1971 zog der promovierte Jurist und Finanzfachmann für die SPD in den Gemeinderat. 1972 ging er für den Wahlkreis Freiburg in den Bundestag.

Von 1978 bis 1982 war Böhme Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, er diente der Regierung von Kanzler Helmut Schmidt (SPD). Noch bevor Schmidt 1982 stürzte, zog es Böhme ins Freiburger Rathaus. Den Einzug schaffte er denkbar knapp: mit 577 Stimmen Vorsprung vor seinem Herausforderer von der CDU. Zuvor war Helmut Schmidt zur Wahlkampfhilfe nach Freiburg geeilt.

1990 und 1998 wurde Böhme jeweils im Amt bestätigt. Aus Altersgründen musste er 2002 das Amt abgeben. Die SPD verlor so nach 40 Jahren die Macht im Freiburger Rathaus. Böhmes Nachfolger wurde Dieter Salomon (Grüne), diesem folgte nach 16 Jahren Martin Horn (parteilos).

„Der Tod von Rolf Böhme hat uns alle tief getroffen“, sagte Horn am Dienstag: „Als Stadtoberhaupt hat er Freiburg geprägt wie wenig andere Persönlichkeiten.“ So habe er unter anderem zwei neue Stadtteile, eine neue Messe und ein damals umstrittenes Konzerthaus realisiert sowie den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der ebenfalls umstrittenen Bundesstraße 31 in Freiburg vorangetrieben. „Mit seinen Visionen und seiner anpackenden Art hat er in seiner 20-jährigen Amtszeit und auch weit darüber hinaus unsere Stadt entscheidend gestaltet“, sagte Horn.

„Rolf Böhme war ein durch und durch politischer Mensch“, sagte der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch: „Mit seiner enormen Übersicht, seinem konsequenten Denken und Handeln und seinem großen Durchsetzungsvermögen hat er zur erfolgreichen Entwicklung Freiburgs wie wohl kein zweiter beigetragen.“

Ehrenbürger Freiburg

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