Die Tübinger Professorin Katerina Harvati-Papatheodorou und der Karlsruher Professor Christian Koos werden mit dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Das gab Wissenschaftministerin Theresia Bauer (Grüne) bekannt. Harvati-Papatheodorou wird für ihre Arbeiten zur Evolution des Menschen ausgezeichnet, Koos für seine Forschung zur Hochgeschwindigkeitskommunikation im digitalen Zeitalter. Die Auszeichnung ist mit jeweils 100 000 Euro dotiert.

Die Paläoanthropologin Katerina Harvati-Papatheodorou hat den Angaben zufolge mit einem internationalen Forscherteam nachgewiesen, dass sich der moderne Mensch von Afrika aus nach Asien und Europa ausgebreitet hat. Ihre Erkenntnisse über die Migrationsbewegung sei vom Time-Magazin 2007 zu den zehn wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres gezählt worden. Für ihre Forschung verwende sie innovative Methoden, darunter hochtechnologische computergestützte Analyseinstrumente. Das Tübinger Team konnte inzwischen auch nachweisen, dass sich die Wanderbewegung des modernen Menschen von Afrika aus in zwei Wellen vollzogen haben, vor etwa 130 000 Jahren über die arabische Halbinsel nach Australien und in den West-Pazifik, 80 000 Jahre später dann auch in den Norden.

Christian Koos arbeitet am Karlsruher Institut für Technologie mit einer Forschergruppe an einem neuen Verfahren für die Hochgeschwindigkeitskommunikation. Dabei werden photonische Bauteile in Mikrochips integriert. Sie erzeugen und erkennen Datensignale. Das Team erreichte eine stabile Datenübertragungsrate von 1,44 Terrabit pro Sekunde. Ministerin Bauer gratulierte den Preisträgern zu den "bahnbrechenden Erkenntnissen". Sie zeigten, dass sich das Land in der Forschung auf internationalem Spitzenniveau befinde.