Kommentar Flughafenanbindung: Karten auf den Tisch

Stuttgart / Roland Muschel 08.01.2018
Die Bahn eiert bei Stuttgart 21 häufig herum. Mit Plänen, die Anbindung des Flughafens zu verschlechtern, verärgert sie nun selbst S21-Fans. Ein Kommentar.

Erst Gedankenspiele, den S-21-Filderbahnhof nicht direkt am Flughafen, sondern stattdessen an der Autobahn zu bauen. Nun die Planungen, die Direktverbindungen  in Richtung Ulm/München gegenüber früheren Aussagen deutlich abzuspecken: Der Staatskonzern Bahn vollbringt derzeit das Kunststück, selbst eingefleischte Befürworter des Großprojekts Stuttgart 21 gegen sich aufzubringen. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bahn alle Karten auf den Tisch legt und bekennt, wo die Probleme liegen und wie Lösungen aussehen könnten.

Klar ist: Die Fernverkehrsanbindung des Flughafenbahnhofs mit der Neubaustrecke war zu Zeiten der Volksabstimmung eines der zentralen Argumente für das Milliardenprojekt und hat gerade im Raum Ulm viele Befürworter mobilisiert. Von mageren drei Halten am Flughafen auf den Fildern pro Tag von Fernzügen aus Richtung München war damals nicht die Rede. In Aussicht gestellt war vielmehr ein ganztägiger Zwei-Stunden-Takt. Daran muss die Bahn, sofern die Kundenwünsche davon abweichen, nicht sklavisch festhalten. Aber an ihren Aussagen messen lassen muss sie sich schon. 

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