Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN  Uhr
Das Land will im Westen Schwäbisch Halls eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge errichten. Das sorgt im Internet für heftige Reaktionen.

Die Kommentare im Internet gehen weit auseinander - und manche tief unter die Gürtellinie. Sie sind geprägt von Fremdenhass und Vorurteilen - oder fordern eine Willkommenskultur. Auslöser ist die Entscheidung des Landes, neben der Haller Justizvollzugsanstalt eine Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) für bis zu 1000 Flüchtlinge zu bauen. Das Grundstück hatte sich das Land vor Jahren als mögliche Erweiterungsfläche für die JVA gesichert. Ähnliche Einrichtungen gibt es in Meßstetten, Ellwangen (ab März), Freiburg und Karlsruhe.

"Es gehört zu unserer Pflicht, das mitzutragen", sagt Ludger Graf von Westerholt, der Fraktionschef der CDU. Baurechtlich sei die Sache klar, das Grundstück gehöre dem Land. Die Stadt müsse aber mit Transparenz der Hetze entgegenwirken. Andrea Herrmann (Grüne) lobt das Vorhaben. Die Haller LEA diene als Durchgangseinrichtung für wenige Wochen, da sei die Lage zu verschmerzen. Die Schicht der Kritiker sei vielfältig, meint Helmut Kaiser, Sprecher der SPD. "Nicht alle werden wir mit Aufklärung erreichen."

Kritik übt Herrmann an der Vorgehensweise des OB Hermann-Josef Pelgrim, der die Fraktionen diese Woche in einer Ausschusssitzung nicht-öffentlich über die Pläne informiert hat. "Anscheinend führt der OB schon lange Gespräche. Die Entscheidung so in einer Sitzung zu verkünden, ist kein guter Stil."

Christoph Häring, der Sprecher des Integrationsministeriums, teilt mit, dass vergangene Woche in Stuttgart die Entscheidung gefallen sei. Das Ministerium bemühe sich um Transparenz und wolle mit Info-Veranstaltungen auf die Bevölkerung zugehen.