Im Lauf des heutigen Tages belegen die ersten Flüchtlinge zwei Nebenhallen der Schleyer-Halle in Stuttgart. Die Stadt hatte dem Land kurzfristig die Hallen im Sportpark von Bad Cannstatt als Übergangsbleibe zur Verfügung gestellt. Dort sollen 500 Flüchtlinge verschiedener Herkunftsländer untergebracht und verpflegt werden. Der Vizechef des Regierungspräsidiums Stuttgart, Christian Schneider, bedankte sich gestern für die "schnelle und unbürokratische Hilfe" bei der Landeshauptstadt. Die Entscheidung war innerhalb eines Tages gefallen.

Wegen des derzeitigen Zugangs von über 600 Flüchtlingen pro Tag steht das Land vor dem Problem, Unterkünfte zu finden. Alle Erstaufnahmeeinrichtungen sind voll. "Trotz größter Bemühungen schaffen wir es leider nicht so schnell, die extrem hohen Zugänge in landeseigenen Unterkünften unterzubringen", sagte Schneider. Deswegen seien Übergangslösungen wie die Nebenhallen der Schleyer-Halle "für uns eine große Hilfe". Schneider rechnet damit, dass demnächst im Regierungsbezirk Stuttgart eine weitere Landeserstaufnahmeeinrichtung bereitsteht - entweder in Wertheim (Mai-Tauber-Kreis) oder in Herrenberg (Kreis Böblingen).

Die Nebenhallen der Schleyer-Halle stehen dem Land nur bis zum 27. August zur Verfügung. Dann werden sie für die Gymnastik-Weltmeisterschaften benötigt.