Haushalt Finanzchef warnt Kirche vor „Binnenorientierung“

epd 23.11.2016

Der Finanzdezernent der württembergischen evangelischen Landeskirche, Oberkirchenrat Martin Kastrup, hat die „Binnenorientierung“ seiner Kirche kritisiert. Man beschäftige sich zu sehr „mit der eigenen Überlastung, mit organisatorischen Veränderungen, mit der Nutzung unserer Gebäude“, sagte er vor der Landessynode. Das sei jedoch nur Mittel zum Zweck. Es dürfe Energien nicht binden und die Köpfe nicht beherrschen.

Kastrup stellte den 98 Synodalen den landeskirchlichen Haushalt für 2017 vor. Er erwarte die Rekordeinnahme von 730 Millionen Euro an Kirchensteuern. „Die Zahlen sind besser als die Stimmung.“

Seiner Einschätzung nach hängt die positive Entwicklung auch mit einer „ungesunden Minuszinspolitik“ der Europäischen Zentralbank zusammen. Die Krisen bei VW und der Deutschen Bank, der Brexit und der Wahlsieg Donald Trumps in den USA gehörten zu den Hinweisen darauf, „dass es nicht immer so rund weiterlaufen muss“.

Die Kirche stecke ihre Mehreinnahmen nicht nur in Projekte, sagte Kastrup, sondern betreibe auch Vorsorge. So werde die Rücklage für die Versorgung und Beihilfe des Pfarrdienstes um 30 Millionen Euro aufgestockt.

Die Landeskirche gewinne auch aus erneuerbaren Energien Geld, sagte Kastrup. Sie sei seit Mitte des Jahres an sechs Windkraftanlagen in Michelbach bei Schwäbisch Hall beteiligt. Damit könnten ethisch-nachhaltige Erträge insbesondere für die kirchliche Versorgungsstiftung erwirtschaftet werden. epd