Land am Rand Feier-Szene: Mannheim sucht „Nacht-Bürgermeister“

Mannheim / Wolfgang Risch 19.06.2018

Der Heidelberger OB Eckart Würzner ist, so scheint es, allgegenwärtig, etwa mit der Vor-Ort-Besuchs-Aktion „Hol den Oberbürgermeister“. Im benachbarten Mannheim ist Peter Kurz weniger sichtbar, die Stadt ist aber auch doppelt so groß. Kurz hat einen Polizeipräsidenten, den der Kollege zwanzig Kilometer neckaraufwärts auch gern gehabt hätte. Auch bei der Zahl der Bürgermeister liegt das Mannheimer Rathaus vorn, das Verhältnis ist fünf zu vier. Noch.

 Nun wird noch draufgesattelt. Als einzige deutsche Stadt zieht Mannheim gleich mit Metropolen wie Amsterdam, Edinburgh, New York, Paris – und sucht einen „Night Mayor“, sprich Nachtbürgermeister. Bewerbungen auf die Stelle sind bis 30. Juni erwünscht. Ergraute Verwalter oder stubensitzende Büroklammer-Akrobaten sollten aber von einer Anfrage absehen: Jung soll er sein, der Night Mayor, aber mindestens 18 Jahre alt, aus naheliegenden Gründen.

„Du bist als Night Mayor Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, lokalen Club- und Barbetreibern und den feiernden Menschen“, heißt es in den Anforderungen. Zum 1. August könnte der Nachtbürgermeister seinen Job auf Honorarbasis antreten, die erste Amtszeit soll bis Ende 2019 dauern.

Ob Heidelberg nun nachzieht? Dafür spricht nicht nur die Kneipendichte, sondern auch Dichter Joseph Victor von Scheffel, der über Heidelberg schrieb: 

Alt-Heidelberg, du feine,

Du Stadt an Ehren reich,
Stadt fröhlicher Gesellen,
An Weisheit schwer und Wein.

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